Für Stiftungen und kirchliche Anleger Catella legt nachhaltigen Immobilienfonds auf

Kinder haben Blumen in ausgediente Gummistiefel gepflanzt: Der Investmentmanager Catella Real Estate legt einen neuen Nachhaltigkeitsfonds auf und kauft mit dem Geld Immobilien mit sozialer Nutzung – zum Beispiel Kindertagesstätten.  | © Pixabay

Kinder haben Blumen in ausgediente Gummistiefel gepflanzt: Der Investmentmanager Catella Real Estate legt einen neuen Nachhaltigkeitsfonds auf und kauft mit dem Geld Immobilien mit sozialer Nutzung – zum Beispiel Kindertagesstätten. Foto: Pixabay

Der Münchner Investmentmanager Catella Real Estate legt einen neuen Nachhaltigkeitsfonds für professionelle und semi-professionelle Investoren auf und arbeitet dabei mit der genossenschaftlichen Bank im Bistum Essen und der Darlehnskasse Münster als Vertriebspartner zusammen. Der offene inländische Immobilien-Spezial-AIF namens „KCD–Catella Immobilien mit sozialer Verantwortung“ basiert auf deutschem Investmentrecht für Immobilieninvestoren und ist ein Fonds mit sozialen Anforderungen.

Catella spricht mit dem nagelneuen Immobilienfonds Anleger aus dem Bereich der Stiftungen an. Aber auch kirchliche, diakonische, karitative sowie kirchennahe Einrichtungen gehören zur Zielgruppe. Portfoliomanager Thomas Kübler investiert das Geld der Anleger in Sozialwohnungen sowie Wohnimmobilien im mittleren bis unteren Preis-Segment. Ferner stehen sogenannte Spezialimmobilien mit karitativer/diakonischer oder sozialer Nutzung – zum Beispiel Kindertagesstätten – auf dem Einkaufszettel. 

Wohnraum für ausgewählte Berufsgruppen 

Ziel des neuen sozialen Nachhaltigkeitsfonds (ISIN: DE000A2PXZE3) sei es, Mietern bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen sowie ausgewählten Berufsgruppen mit einem karitativen und sozialen Hintergrund den Zugang zu geeignetem Wohnraum zu ermöglichen. Darüber hinaus soll der Fonds Wohnimmobilien für altersgerechtes und behindertengerechtes Wohnen für Menschen in angespannten oder prekären Vermögenssituationen erwerben und diesen Zielgruppen anbieten. 

Das Geld der Anleger fließt in Immobilien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nach Angaben von Catella analysieren die Verantwortlichen die Immobilien vorab anhand christlich-ethischer Transaktionskriterien, sowohl in Bezug auf Nachhaltigkeit als auch unter Berücksichtigung sozialer Kriterien. Sie sollen die Immobilien beim Ankaufsprozess und auch während der Haltedauer auf ökonomische, ökologische und soziale Aspekte prüfen. 

Erster Investor des neuen Fonds ist die Bank im Bistum Essen. Das Institut hat über das bankeigene Depot-A das Startkapital für den Fonds bereitgestellt. Die Bank orientiert sich nach eigener Darstellung am Bild vom ehrbaren Kaufmann und behauptet, dass sie Kunden nichts empfehle, „was wir nicht selbst kaufen würden“. Peter Güllmann, Sprecher des Vorstands der Bank im Bistum Essen, erläutert, dass nachhaltige Fonds und insbesondere Immobilienfonds, bei Kunden das Gefühl schüfen, „mit ihrem Geld etwas Sinnvolles zu tun und die Solidargemeinschaft zu stärken. Und auch wir als Bank können gerade mit diesem Fonds unserer sozialen Verantwortung besonderen Ausdruck verleihen“, so Güllmann weiter. 

Konkrete Angaben zu den laufenden Verwaltungskosten gibt es in diesem frühen Stadium noch nicht. Portfoliomanager Kübler geht mit Blick auf das Fondsmodell von jährlichen Verwaltungsgebühren in Höhe von 1,2 bis 1,4 Prozent aus. 

Derzeit befinden sich nach Angaben von Catella zwei Objekte, die den sozialen und nachhaltigen Anforderungen entsprechen, in der Ankaufsprüfung: Ein Objekt in Bielefeld umfasse sowohl sozial gefördertes Wohnen, eine Kindertagesstätte sowie eine Tagespflege. Ein weiteres Objekt in Wittenberg mit behindertengerechtem Wohnen passe ebenfalls hervorragend in das Fondskonzept, heißt es.