Studie in den USA Fünf Philanthropie-Trends bei privaten Stiftungen

Nicht nur in den Wochen vor Weihnachten ist die Zeit des Gebens: Eine Studie hat fünf Trends in der Philanthropie in den Kalenderjahren 2020 und 2021 ausgemacht.

Nicht nur in den Wochen vor Weihnachten ist die Zeit des Gebens: Eine Studie hat fünf Trends in der Philanthropie in den Kalenderjahren 2020 und 2021 ausgemacht. Foto: imago images/ZUMA Wire

Foundation Source, einer der größten Anbieter von Stiftungsmanagement-Dienstleistungen weltweit, hat die Spendenaktivitäten von fast 1.000 privaten Stiftungen, meist familiären Stifungen, mit einem Vermögen zwischen einer und 500 Millionen US-Dollar in den vergangenen zwei Jahren untersucht, um zu beleuchten, wie Vermögende Philanthropie betreiben. Marketing-Leiterin Hannah Shaw Grove stellt auf dem US-Portal „wealthmanagement.com“ fünf Trends vor, die sich daraus ableiten lassen.

1. Höheres Spendenaufkommen: Unterstützt durch ein zweistelliges Wachstum des Stiftungsvermögens in 2020 und 2021 haben private Stiftungen ihr Spendenaufkommen im Jahr deutlich erhöht. Die untersuchten Stiftungen spendeten im vergangenen Jahr insgesamt 689 Millionen US-Dollar – ein Anstieg von 40 Millionen US-Dollar gegenüber 2020 und ein Durchschnitt von 727.129 US-Dollar pro Stiftung.

 

 

2. Konzentrierte Wirkung: Die Stiftungen vergaben 2021 500 Zuschüsse weniger. Der Leitsatz von philanthropischen Stiftungen lautet demnach nicht mehr, mit den vorhandenen Mitteln möglichst viele Empfänger zu fördern, sondern die finanziellen Ressourcen möglichst gezielt einzusetzen, um eine größere Wirkung zu erzielen.

3. Hohe Spendenbereitschaft: Die Daten von Foundation Source zeigen, dass eine große Anzahl von Stiftungen regelmäßig mehr als die jährliche Pflichtausschüttung von fünf Prozent spendet. Im Jahr 2021 schütteten die Stiftungen der Studie durchschnittlich 7,2 Prozent ihres Vermögens aus, wobei kleinere Stiftungen (mit einem Vermögen zwischen 1 und 10 Millionen US-Dollar) 8,9 Prozent ihres Vermögens stifteten.

 

 

4. Rückkehr zu den Kernaufgaben: Philanthropische Stiftungen kehren offenbar zu den Spendenmustern aus der Zeit vor der Pandemie zurück: Erstens gab es einen nennenswerten Rückgang der Zuwendungen an Organisationen im Bereich der Humandienstleistungen und des öffentlichen/gesellschaftlichen Wohls, die beide im Jahr 2020 einen starken Anstieg verzeichneten, da sich die Spender vor allem auf die Notlage im Bereich der öffentlichen Gesundheit konzentrierten. Stattdessen gab es wieder mehr zweckgebundene Zuwendungen, die von Großspendern bevorzugt werden, um sicherzustellen, dass ihre Spenden dem Stiftungszweck dienen. Drittens gab es 2021 einen Rückgang von 64 Prozent bei den Zuwendungen an Einzelpersonen, die während der Pandemie genutzt wurden, um die schnelle Hilfe direkt an die Menschen und Orte zu bringen.

5. Größe beeinflusst Stiftungsportfolios: Kleinere US-amerikanische Stiftungen haben den höchsten Aktienanteil, der 2021 bei 61,5 Prozent lag. Sie halten auch den höchsten Anteil an Barmitteln (12,4 Prozent). Umgekehrt haben größere Stiftungen komplexere Portfolios. Ihr durchschnittlicher Anteil an alternativen Anlagen wie Private Equity und Hedgefonds ist mit 23,5 Prozent fast fünfmal so hoch wie bei kleineren Stiftungen.

Die komplette Studie von Foundation Source finden Sie hier.

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