Analyse Fünf logische Gründe für Logistikinvestments im Asien-Pazifik-Raum

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Zusätzlich dazu bieten die Logistikrenditen in Asien-Pazifik – vor allem im Fall von Japan und Singapur – einen komfortablen Abstand zu den lokalen Kosten für Fremdkapital, die laut JLL bei rund 0,5 Prozent in Japan und circa 1,5 Prozent in Singapur liegen. Sollten also die Zinsen in Asien steigen, wären die Logistikrenditen in den meisten APAC-Märkten hoch genug, um diesen Anstieg zu absorbieren.

Prognostizierte Inflationsrate und BIP-Wachstum 2022
Quelle: IWF – World Economic Outlook, April 2022

 

Allerdings fallen die Teuerungsraten in Asien-Pazifik weniger deutlich aus, als in den USA oder in Europa, weshalb der Druck auf die entsprechenden Notenbanken geringer ist, mit Zinserhöhungen zu reagieren. Im Gegensatz zur aktuellen Geldpolitik der EZB und der US-amerikanischen Fed, hat die japanische Notenbank Ende April erklärt, weiterhin an ihrer lockeren Geldpolitik festzuhalten und den Leitzins unverändert zu lassen. Zwar steigen die Preise auch in Japan, vor allem aufgrund der höheren Energiekosten, aber das seit Jahren verfolgte Inflationsziel von zwei Prozent wurde noch immer nicht erreicht.

In Australien hat die Notenbank zwar Anfang Mai die Zinsen um 25 Basispunkte auf 0,35 Prozent erhöht, dies hing jedoch nicht nur mit der gestiegenen Inflationsrate zusammen, da dies als vorübergehendes Phänomen betrachtet wird, sondern vielmehr mit dem starken Wirtschaftswachstum. Der Chef der Reserve Bank of Australia, Philip Lowe, erwartet ein BIP-Wachstum von über vier Prozent in diesem Jahr (2021: 4,7 Prozent) und ließ sich mit der Aussage zitieren, dass man die rekordtiefen Zinssätze nun nicht mehr benötige.


Dank des stärkeren Wachstums und des vergleichsweise niedrigeren Inflationsdrucks, sind die Sorgen vor einer Stagflation – also einer hohen Inflationsrate bei gleichzeitig niedrigem Wirtschaftswachstum – in Asien-Pazifik weniger ausgeprägt, als in Europa oder den USA.

Risiken

Zusätzlich zu den Chancen, die der asiatisch-pazifische Raum für Investoren bietet, gehören zu einer umfassenden Betrachtung auch die spezifischen Risiken, die ein Engagement in dieser Region mit sich bringt. Neben Naturkatastrophen, sollten Investoren auch wirtschaftliche und (geo)politische Risiken in Asien bedenken.

Zu den ökonomischen Risikofaktoren gehört vor allem die Stabilität des chinesischen Immobilienmarktes, die zuletzt durch die Schuldenkrise des zweitgrößten Wohnimmobilienentwicklers, der Evergrande Group, in Frage gestellt wurde. Evergrande-Aktien verloren im vergangenen Jahr nahezu 90 Prozent an Wert und der Börsenhandel wurde bereits mehrfach vorübergehend eingestellt. Da es aber auch bei anderen großen Immobilienentwicklern in China Anzeichen für Zahlungsausfälle gibt, mehren sich inzwischen Zweifel daran, ob die Krise tatsächlich nur auf Evergrande beschränkt ist. Hinzu kommt die strikte Zero-Covid-Politik, die langanhaltende Lockdowns mit sich bringt und für erneute Störungen der Lieferketten sorgt. Vor diesem Hintergrund sollten Immobilieninvestments in China sorgfältig bedacht und aktuelle Entwicklungen am chinesischen Immobilienmarkt berücksichtigt werden.