Fuchs Performance-Projekt I & II Mehr als ein Drittel der Vermögensverwalter scheitert

Ralf Vielhaber, Geschäftsführer des Verlags Fuchsbriefe

Ralf Vielhaber, Geschäftsführer des Verlags Fuchsbriefe

Die Performance IMC Vermögensverwaltung aus Mannheim und die Dr. Kohlhase Vermögensverwaltung aus München haben die beiden ersten Projektrunden im Performance-Projekt für sich entschieden. Das ist ein Ergebnis des Fuchs Performance-Projektes, das der Verlag Fuchsbriefe zusammen mit dem Institut Dr. Richter IQF ins Leben gerufen haben.

Insgesamt nahmen 102 Banken und Vermögensverwalter an der ersten und zweiten Projektrunde teil. Kern des Projekts war die Vermögensverwaltung eines mit 1,5 Millionen Euro bestückten Portfolios eines fiktiven Private-Banking-Kunden.

Über ein Drittel scheitert

Dabei gab es einige überraschende Erkenntnisse: In beiden Projektrunden schafften es deutlich mehr als ein Drittel der Teilnehmer nicht, die Kundenvorgaben realer Kapitalerhalt und maximal 20 Prozent Verlust vom erreichten Höchststand umzusetzen. „Ruhiger Schlaf“ mit möglichst geringen Ausschlägen im Depot nach unten war dem Kunden noch nicht einmal bei der Hälfte aller Teilnehmerportfolios vergönnt.



Dazu passt, dass jeweils 44 Prozent der Teilnehmer den anonymen Status wählten, um sich mit ihrem Detailergebnis vor dem Blick des Beobachters zu verstecken. „Etliche haben Ihren Status von Klarnamen zu anonym gewechselt, und wieder zurück. Das ist natürlich erlaubt, zeugt aber von keinem ausgeprägten Selbstbewusstsein“, sagt Ralf Vielhaber, Geschäftsführer des Verlags Fuchsbriefe.

Erfolgsfaktoren Strategie & Taktik


Der fundamentale Investmentansatz dominierte nicht nur zahlenmäßig das Teilnehmerfeld in beiden Projektrunden, sondern auch vom Erfolg her. Unter den Top 10 in beiden Projektrunden war kein Teilnehmer mit einem quantitativen, prognosefreien Anlageansatz.



Die große Mehrheit der Teilnehmer setzte auf breite Streuung ihrer Anlagen und führte den wesentlichen Anteil an der Rendite auf die strategische und taktische Zusammenstellung der Anlagen zurück. Die Suche nach dem optimalen Ein- und Ausstiegszeitpunkt (Timing) spielte eine untergeordnete Rolle.

Timing spielt untergeordnete Rolle

Während in Projektrunde I Fonds das beliebteste Anlageinstrument waren, dominierten in Projektrunde II klar Aktien auf Einzeltitelbasis. Als Anlageklasse hatten Aktien ohnehin die Nase vorn. Auch ETF kamen vielfach zum Einsatz, selten dagegen Optionsscheine. Insbesondere in Projektrunde II lagen mit Dr. Kohlhase und Knapp Voith zwei Vermögensverwalter im Vorderfeld, die stark auf Anleihen setzten: in Form von Fonds wie als Einzeltitel.

Weiter widerlegten die beiden nach Punkten bestplatzierten die Gültigkeit des Viel-bewirkt-viel-Prinzips: So kamen die Performance IMC Vermögensverwaltung in Runde I und die Dr. Kohlhase Vermögensverwaltungsgesellschaft in Runde II mit 24 beziehungsweise 15 Wertpapieren zurecht. Michael Kohlhase von der gleichnamigen Gesellschaft zeigte zudem, dass man mit ruhiger Hand viel erreichen kann: 44 Transaktionen reichten zum Sieg.

Vermögensverwalter nicht besser als Banken

Auch, wenn sie die vorderen Plätze in beiden Wettbewerben durch sehr gute Leistung erreicht haben – die These, dass unabhängige Vermögensverwalter beim Portfoliomanagement grundsätzlich besser sind als Banken, lässt sich nach den ersten beiden Runden im Fuchs Performance-Projekt nicht bestätigen.

Allgemein könne laut den Testern festgestellt werden, dass konsequente Strategieeinhaltung und eine ruhige Hand zusammen mit einer klaren Marktmeinung, zentrale Erfolgsfaktoren in der Vermögensverwaltung sind.