Früherer Meag-Chef Philipp Waldstein wird Investmentchef einer Run-off-Plattform

Philipp Waldstein übernimmt nach seinem Abschied bei der Fondsgesellschaft Meag einen neuen Spitzenposten.  | © Meag

Philipp Waldstein übernimmt nach seinem Abschied bei der Fondsgesellschaft Meag einen neuen Spitzenposten. Foto: Meag

Der Finanzmanager Philipp Waldstein übernimmt einen neuen Spitzenposten in der Versicherungswirtschaft. Der ehemalige Vorsitzende der Geschäftsführung der Meag – Waldstein hatte den Vermögensmanager von Munich Re und Ergo im Oktober 2019 verlassen – wird Investmentchef der auf Bermuda angesiedelten Catalina Holdings. Sein offizieller Jobtitel lautet Group Chief Investment Officer. 

Waldstein tritt die Nachfolge von Peter Harnik an, der 2011 zu Catalina kam und nun in den Ruhestand geht. Auf seinem neuen Posten wird Waldstein die Investmenteinheit der Catalina-Gruppe leiten. Die Abteilung verwaltet die globalen Kapitalanlagen des Unternehmens an den Standorten London, New York und Singapur. 

Waldstein war Anfang 2019 an die Spitze der Meag aufgerückt. Den Posten räumte er bereits nach zehn Monaten und schied Ende Oktober bei der Fondsgesellschaft aus. 

Der neue Arbeitgeber Waldsteins bezeichnet sich als „eines der branchenführenden Unternehmen für den Ankauf und die Abwicklung von Versicherungsbeständen“ – eine gängige Bezeichnung für Unternehmen, die dieses Geschäftsmodell betreiben, ist Run-off-Plattform. Nach Einschätzung Waldsteins ist Catalina „ein agiles und zugleich etabliertes Unternehmen“. Waldstein sagt, er freue sich auf seine neue Aufgabe. Zusammen mit Chris Fagan, dem Vorstandschef von Catanline, und dem Investmentteam „möchte ich Catalinas Investmentexpertise weiterentwickeln, damit das Unternehmen von den bedeutenden Möglichkeiten im Run-off-Geschäft profitieren kann“, sagt Waldstein.

 

Mehr und mehr Versicherer stellen das Neugeschäft im Bereich der klassischen Lebensversicherung mit Garantiezins ein. Da keine neuen Verträge hinzukommen, schmilzt der Bestand schrittweise – man spricht in dem Zusammenhang von einem „Run-off“. In der Branche heißt es, die Betreuung und Abwicklung von Run-off-Beständen binde bei den Versicherungsunternehmen viel Kapital und Ressourcen und erscheine strategisch nicht sinnvoll. Run-off-Plattformen bündeln die Verträge und die damit verbundenen Kapitalanlagen. Die Abwicklungsspezialisten sind der Auffassung, dass sie mit moderner Informationstechnologie effizienter arbeiten können als die Versicherungsgesellschaften.