Frühere Kooperation von Mondavi und Frescobaldi Luce – ein Wein zweier Visionäre

Lamberto Frescobaldi, heutiges Oberhaupt der gleichnamigen Winzerfamilie, im Weingarten von Luce | © Daniela Stubbe

Lamberto Frescobaldi, heutiges Oberhaupt der gleichnamigen Winzerfamilie, im Weingarten von Luce Foto: Daniela Stubbe

Berichteten wir noch vor Kurzem über die französische Familie Baron Philippe de Rothschild und ihre Aktivitäten in Chile, zieht sich jetzt der Bogen über die amerikanische Familie Mondavi bis hin nach Italien zu den Marchesi de´ Frescobaldi.

So schufen die Rothschilds zusammen mit Mondavis das Joint Venture „Opus One Vineyard“, aus dem der schnell zu Ruhm gekommene Rotwein Opus One entstand. Und wiederum kreierten die Mondavis zusammen mit der italienischen Familie Frescobaldi den Luce – eine innovative toskanische Cuvée aus Sangiovese und Merlot.

Die Entstehung

Der Luce wurde erstmals 1993 in Montalcino abgefüllt und hat sich heute zu einem geschätzten Tropfen mit ganz eigenem Stellenwert in der Weinwelt etabliert.

Doch wie kommt es zu solchen Verbindungen? Und was genau ist das Ziel? Und hat so etwas auch langfristig Bestand? Lamberto Frescobaldi, Repräsentant und Oberhaupt der gleichnamigen toskanischen Winzerfamilie stellte vor Kurzem verschiedene Jahrgänge im Vergleich vor, berichtete von seinen Zukunftsplänen für den Luce und lieferte einige Einblicke in die Vergangenheit.

Anfang der 1990er Jahre kam es zu der ungewöhnlichen Fusion der beiden etablierten Winzerfamilien: Robert Mondavi aus Napa Valley, Kalifornien, und Vittorio Frescobaldi – Lambertos Vater – beschlossen, in Montalcino ein gemeinsames Weingut ins Leben zu rufen.

Entstanden war diese Idee aus der Freundschaft beider Gründer und der gemeinsamen Vision für einen ganz neuen Wein. Ein Wein, der von dem Wissen beider Familien und dem ganz besonderen Terroir der Region profitieren sollte. Und auf viel Wissen und Renommee konnten zu diesem Zeitpunkt durchaus beide Familien zurückgreifen.

Zwei Winzerdynastien und ihr Hintergrund

Das in Florenz ansässige Weinunternehmen der Marchesi de´Frescobaldi blickt auf eine Familiengeschichte von ungefähr 700 Jahren zurück. Als eines der ersten Weingüter in der Toskana pflanzten die Frescobaldis internationale Reben von Chardonnay, Pinot Nero, Merlot und Cabernet Sauvignon an. Das war bereits um 1855.

Lamberto Frescobaldi beim Verkosten verschiedener Luce-Jahrgänge Quelle: Daniela Stubbe

Auch die Mondavis haben eine legendäre Geschichte. Wenn auch bei Weitem nicht über so viele Jahre wie ihre europäischen Partner, hatten sie in den Vereinigten Staaten so manchen Grundstein gelegt und sich schnell einen Namen als Benchmark gemacht.

Die Robert Mondavi Winery wurde 1966 in Oakville als erste ihrer Art gegründet. Mit für damalige Verhältnisse ausgeklügelter Kellertechnik und Inspiration aus europäischen Weingütern experimentierten Robert und sein Sohn Michael Mondavi mit dem Fassausbau und seinen Finessen. Über den „Fumé Blanc“, ein trockener im Barrique gereifter Sauvignon Blanc, gelang ihnen ihr erster Coup. Schließlich etablierte sich Mondavi in diversen Regionen und stand schnell für den erlesenen Wein Kaliforniens.