Frühe 911er Abgefahrene Performance

Manfred Hering: Der Gründer und Chef des Restaurationsbetriebes Early 911S hat Dutzende der begehrten Boliden im Angebot.  | © Early 911S

Manfred Hering: Der Gründer und Chef des Restaurationsbetriebes Early 911S hat Dutzende der begehrten Boliden im Angebot. Foto: Early 911S

Die Preise schießen längst durch die Decke. Ein seltener 911 Turbo aus dem Jahr 1993 war einem Porsche-Fan jüngst 650.000 Euro wert. Für einen 1995er 911 GT2 fiel der Hammer sogar erst jenseits der Zwei-Millionen-Grenze. Selbst der eher unscheinbare 911S von Schauspieler Steve McQueen brachte auf einer Auktion nicht weniger als 1,2 Millionen Euro. 1971 rief die Zuffenhausener Sportwagenschmiede gerade mal 30.000 D-Mark für das Coupé auf.

Genau dieser mausgraue 911er gehört auch zu den Traumwagen von Manfred Hering. Der Gründer des Wuppertaler Restaurationsbetriebs Early 911s hat noch vier, fünf weitere Modelle, die allesamt eines vereint: Es sind Porsche-Klassiker, vom Ur-Porsche 356 bis hin zum GT1, einem notdürftig für die Straße gezähmten Le-Mans-Rennwagen. Allzu sehr grämen muss Hering sich aber nicht, stehen doch rund 300 andere Preziosen von Porsche in seinen Hallen. Kunterbunt gemischt und unterschiedlich weit restauriert harren die Schätze auf solvente Kunden.

Herings jüngste Angebote sind die 993er-Modelle mit luftgekühltem Boxermotor. Ein von Early 911s aufgebauter Porsche geht nicht für weniger als 100.000 Euro vom Hof, verrät der Chef. Und das ist nur der Einstieg, für gewöhnlich sind es eher 300.000 Euro, die Hering für einen aufgemöbelten Oldie verlangt.

„Momentan ist sehr viel Geld im Umlauf, und der Markt kann die Nachfrage nach guten Autos nicht mehr decken. Ein klassischer Porsche ist aber ein extrem nachhaltiges Investment. Er bietet ein tolles Image, viel Fahrspaß, und er ist sehr zuverlässig“, sagt Hering. Käufer riskier ten anders als bei modernen Porsches keinen Wertverlust. Und bei Kapitalbedarf sei er einfach wiederzuverkaufen.

Der Unternehmer kann noch weitere Argumente für einen Klassiker aus Zuffenhausen ins Feld führen: „Hierzulande müssen Privatleute den Veräußerungsgewinn nicht versteuern. Zudem gibt es die Ein-Prozent-Regelung für Firmenautos, wodurch lediglich ein Prozent vom ursprünglichen Kaufpreis monatlich versteuert werden muss.“ Bei einem Porsche 2.4 S Coupé, der 1972 etwa 30.000 D-Mark gekostet hat, wären dies zirka 150 Euro im Monat.