Frontier-Markets-Anleihen 2015 „US-Zinserhöhung wird Frontier-Märkte weniger hart treffen“

23 der 25 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften über die vergangenen zehn Jahre zählen zu den Frontier Markets. | © NN Investment Partners

23 der 25 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften über die vergangenen zehn Jahre zählen zu den Frontier Markets. Foto: NN Investment Partners

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23 der 25 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften über die vergangene Dekade zählen zu den Frontier Markets. Starkes Wachstum ist eines der Hauptmerkmale dieser Märkte. Sie befinden sich heute dort, wo vor 20 oder 25 Jahren die jetzigen großen Emerging Markets wie China standen: noch weit am Anfang ihrer Entwicklung zu einem Industriemarkt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für 2014 ein durchschnittliches Wachstum von 3,6 Prozent für die Frontier Markets, in den folgenden Jahren soll es auf über 4 Prozent steigen.

Nigeria verdrängt Südafrika als größte Volkswirtschaft Afrikas

Vor allem in Afrika und Südasien ist jedoch mit einem deutlich höheren Zuwachs zu rechnen. Für Nigeria etwa erwartet der IWF für 2015 ein Wachstum von 7,3 Prozent. Das Land hat Südafrika bereits als größte Volkswirtschaft Afrikas von der Spitze verdrängt. Die Wirtschaft der Elfenbeinküste soll 2015 um 7,9 Prozent wachsen.

Die hohen Wachstumserwartungen beruhen auf einer vorteilhaften Ausgangslage: Frontier Markets verfügen über eine junge und wachsende Bevölkerung. Die Produktivität hat noch hohes Verbesserungspotenzial, die Löhne sind gering, die Verschuldung ebenfalls. Viele Frontier Markets sind zudem über bi- und multilaterale Kredite verschuldet, was die Schuldenstruktur oftmals stabiler macht. Gläubiger wie der IWF oder die African Development Bank verlangen eine hohe Haushaltsdisziplin.

Allerdings kämpfen viele der Länder mit politischer und wirtschaftlicher Instabilität und die Kapitalmärkte sind noch unterentwickelt. Intransparenz und vergleichsweise geringe Liquidität erhöhen die Risiken für Investoren. Im Gegenzug bieten die bislang wenig analysierten Märkte enorme Chancen für Investoren, die sich schon Jahre lang intensiv mit ihnen auseinandersetzen wie NN Investment Partners. Vor allem die Anleihemärkte dieser Staaten werden von vielen internationalen Investoren noch vernachlässigt. Das hat den Vorteil, dass die Märkte nicht mit dem Strom schwimmen, also kaum mit anderen Anlagemärkten korrelieren.

Überschaubare Ausfallraten

Die Ausfallraten halten sich in Grenzen. In den vergangenen 16 Jahren lag die durchschnittliche Ausfallquote unter 1,5 Prozent. Probleme gab es zuletzt zum Beispiel im zentralamerikanischen Belize. Aktuell bereiten Venezuela und die Ukraine Sorgen. Argentinien ist mit seiner technischen Insolvenz ein Sonderfall.

Aus der Ukraine haben wir uns bereits komplett zurückgezogen. Auch Armenien leidet unter dem anhaltenden Ukraine-Russland-Konflikt, da das Land eng mit Russland verflochten ist und von einer weiteren Abschwächung der dortigen Wirtschaft direkt betroffen wäre. Im Fonds ist das Land daher untergewichtet. Wir halten aber nicht die ganze Region für betroffen. Georgien haben wir beispielsweise übergewichtet.

Als besonders aussichtsreich stufen wir die Elfenbeinküste ein, nach Sri Lanka die zweitgrößte Länderposition im Fonds. Der westafrikanische Staat hat eine turbulente Zeit mit Bürgerkrieg und mehreren Krisen hinter sich. Seit 2012 bessert sich Lage. Die Regierung verfolgt ein ambitioniertes Reformprogramm, das vom IWF und anderen Kreditgebern wie China, Europa und den USA unterstützt wird. Die öffentlichen Investitionen, vor allem in die Infrastruktur, sind gestiegen. Privatisierungen von Staatsunternehmen sind in Planung. Die Regierung zieht ausländisches Kapital ins Land, schafft neue Jobs und hat Programme zur Armutsbekämpfung aufgesetzt. Die Kombination aus wirtschaftlichem Turnaround und zunehmender politischer Stabilität machen die Anleihen der Elfenbeinküste zu einem interessanten Investment.

4,5 Prozent Risikoaufschlag

Nach einem erfolgreichen Jahr 2014, blicken wir zuversichtlich ins kommende Jahr. Das Fondsvolumen des NN Frontier Markets Debt Fund* ist seit Ende Februar um rund 50 Prozent auf knapp 3 Milliarden US-Dollar gestiegen, etwa 7,5 Prozentpunkte sind auf die Fondsperformance zurückzuführen.

Die Renditen der Frontier-Markets-Anleihen liegen zurzeit 4,5 Prozent über denen der Anleihen der Industriemärkte, gemessen an siebenjährigen US-Staatsanleihen. Dieser Spread dürfte noch einige Zeit anhalten, wenn man davon ausgeht, dass die USA erst im späten Jahresverlauf 2015 die Zinsen anziehen werden.

Hohe Renditen federn Kursverluste ab

Steigende US-Zinsen werden ein zentrales Thema im kommenden Jahr sein, das wie ein Damoklesschwert über den weltweiten Anleihemärkten hängt. Die Frontier-Märkte sollte es allerdings weniger hart treffen. Ihre Sensitivität gegenüber US-Staatsanleihen ist traditionell eher niedrig. Im Zeitraum von 2004 bis 2014 schwankte die Korrelation zwischen -0,33 und +0,55. Zurzeit liegt sie bei 0,02. Zudem können die grundsätzlich höheren Renditen Kursverluste, die durch den Zinsanstieg drohen, besser ausgleichen. Auch ist eine extreme Reaktion wie im Frühsommer 2013, als die amerikanische Zentralbank die Märkte mit der Drosselung ihrer Anleihekäufe überraschte, kaum zu erwarten. Der Zinsanstieg wird vom den Investoren bereits erwartet. Und wir rechnen auch nicht damit, dass er zu stark ausfällt.

*Mit dem NN Frontier Markets Debt Fund bietet NN Investment Partners deutschen Anlegern seit gut einem Jahr Zugang zu Hartwährungsanleihen aus den Frontier Markets. ISIN LU0990547605 – P Cap EUR (hedged)