Nachlassplanung Frauen sind bei Erbschaftsfragen schlechter vorbereitet als Männer

Lisa-Marie Wöhrle, Leiterin Vermögensplanung der UBS in Deutschland

Lisa-Marie Wöhrle, Leiterin Vermögensplanung der UBS in Deutschland: „Wer seine Erbschaft nicht plant, riskiert damit, dass sein Vermögen nicht an den gewünschten Stellen ankommt und Werte verloren gehen.“  Foto: UBS

Mehr als die Hälfte aller Frauen haben keine konkreten Pläne wie sie ihr Vermögen vererben wollen. Das geht aus einer Recherche von UBS Global Wealth Management hervor, der mehrere Umfragen zugrunde liegen.

Frauen fehlt häufiger der Überblick über ihr vererbbares Vermögen

55 Prozent der Frauen, die einen Teil ihres Vermögens vererben wollen, hätten dafür noch keine konkreten Pläne, bei den befragten Männern seien es nur 41 Prozent. Zudem hätten 56 Prozent der Frauen keinen Überblick darüber, wie viel Vermögen sie vererben können. Auch hier seien Männer mit 47 Prozent ohne Übersicht informierter.

Bei der Erbschaftssteuer sind Männer der Umfrage zufolge ebenso besser informiert. Während mit 37 Prozent mehr als ein Drittel der befragten Frauen die Vorschriften der Erbschaftssteuer nicht verstehen sind, es bei den befragten Männern lediglich 25 Prozent.

Nachlassplanung schon wegen höherer weiblicher Lebenserwartung wichtig

„Die Gender Gap bei der Nachlassplanung hat für Frauen schwerwiegende Folgen. Denn wer seine
Erbschaft nicht plant, riskiert damit, dass sein Vermögen nicht an den gewünschten Stellen
ankommt und Werte verloren gehen“ ,  sagt Lisa-Marie Wöhrle, Leiterin Vermögensplanung der UBS in Deutschland.  Und ergänzt: „Für Frauen ist diese Frage besonders wichtig, weil sie im
Schnitt länger als Männer leben und häufig das Vermögen ihres Partners erben.“

„Wer seine Erbschaft nicht plant, riskiert damit, dass sein Vermögen nicht an den gewünschten Stellen ankommt und Werte verloren gehen.“ 

Zudem scheint Frauen wichtiger zu sein, wie ihr Vermögen eingesetzt wird. Neun von zehn Frauen wünschen, dass sie mehr für positive soziale Veränderungen tun können. Sieben von zehn Frauen haben laut UBS in den vergangenen zwei Jahren bereits verstärkt philanthropische Projekte unterstützt.

Interesse an Philanthropie besonders bei jüngeren Frauen

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Besonders jüngeren Frauen hätten gern einen größeren positiven Einfluss auf die Gesellschaft. Rund zwei Drittel der jüngeren Frauen sei dieser Punkt wichtig, gegenüber 52 Prozent der älteren Frauen.

 

 

Auch Covid hatte einen Einfluss auf die Nachfolgeplanung: 72 Prozent der Frauen und 66 Prozent der Männer sehen in der Pandemie UBS zufolge eine Möglichkeit, mit ihren Erben bedeutendere Gespräche über den Tod zu führen. Zudem seien 66 Prozent der Frauen und 63 Prozent der Männer nun interessierter daran, einen Teil ihres Vermögens schon zu Lebzeiten weiterzugeben.

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