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Franklin-Templeton-Strategen im Gespräch „Wir sind von den Schwellenländern begeistert“

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Stephen H. Dover: Die Unternehmensgewinne sind nicht nur stark ausgefallen, sondern haben sich auch weltweit ähnlich entwickelt – zum ersten Mal seit relativ langer Zeit. Die Schwellenländer und jetzt auch Europa überraschen positiv. Der Markt preist derzeit eine weitere gemäßigte Anhebung der Zinsen bereits ein.

Letzten Endes sollten die Märkte weiter steigen, sofern Unternehmen Ertragswachstum verzeichnen. In Europa sind nicht nur eine konjunkturelle Kehrtwende, sondern auch positive politische Entwicklungen zu beobachten. Europäischen Banken geht es besser als von vielen erwartet worden war. Finanzwerte haben sich im Allgemeinen noch nicht vollständig von der globalen Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009 erholt, was weiteres Aufwärtspotenzial bietet. In diesem Sektor sehen wir daher auch weiterhin Chancen.

Trotz verschiedener Risikofaktoren liegt die Volatilität der Aktienmärkte weiterhin in der Nähe ihrer historischen Tiefststände. Wie sollten Anleger in dieser Situation mit dem Risiko an den Märkten umgehen?

Perks: Es ist wichtig, nicht nur die letzten zwölf bis 15 Monate Revue passieren zu lassen. Schaut man etwas weiter zurück, wird deutlich, dass die Märkte vor zwei Jahren sehr viel volatiler waren. Die breiteren Aktienindizes verzeichneten von Mitte 2015 bis Anfang 2016 eine scharfe Korrektur.

Dennoch hat diese jüngste, von geringer Volatilität geprägte Phase zahlreiche Vorteile mit sich gebracht. Seit der globalen Finanzkrise haben die geldpolitischen Maßnahmen der Fed sowie der Zentralbanken weltweit die Volatilität von Anlageklassen sowie der Wirtschaft insgesamt reduziert. US-Wirtschaft und Weltwirtschaft sind seither in einem relativ moderaten Tempo gewachsen. Die niedrige Volatilität hat ihren Teil zum verbesserten Geschäfts- und Konsumklima beigetragen.

Diese Phase relativ niedriger Volatilität dürfte sich jedoch kaum fortsetzen. Es handelt sich bei den gravierenderen Risiken vor allem um unbekannte Faktoren, die auf uns zukommen könnten. Ein Beispiel: Während der vergangenen Jahre sind enorme Kapitalmengen in passive Strategien geflossen. In welchem Ausmaß werden wir einen algorithmischen, wahllosen Abverkauf von Aktien beziehungsweise von Vermögenswerten allgemein verzeichnen, sobald die Volatilität ansteigt? Das bereitet uns durchaus Sorgen. Anleger sollten diese Gedanken berücksichtigen.