Franklin Templeton Investments zum Technologischen Wandel Wir sollten an das Potential der Innovation glauben

Besucher vor einem 5G-Stand auf dem Mobile World Congress in Barcelona: 5G gilt als Nachfolger von 4G (LTE) und macht die Verheißungen von Industrie 4.0 erst möglich. | © Getty Images

Besucher vor einem 5G-Stand auf dem Mobile World Congress in Barcelona: 5G gilt als Nachfolger von 4G (LTE) und macht die Verheißungen von Industrie 4.0 erst möglich. Foto: Getty Images

Für Unternehmen rund um den Globus stellt der technologische Wandel eine enorme Herausforderung dar. Der Begriff des „immer rasanteren Innovationstempos“ ist dabei fast schon zu einem geflügelten Wort geworden. Halten wir uns vor Augen, wie schnell diese Entwicklung voranschreitet, wird klar, weshalb diese Phrase in aller Munde ist: Sie entspricht schlicht und ergreifend der Wahrheit.

Die Auswirkungen dieses Wandels auf die Produktivität von Unternehmen, das Wirtschaftswachstum von Staaten und den Welthandel werden dabei tiefgreifender sein, als die meisten Menschen glauben. Nur ein Beispiel: Die durchschnittliche Lebensdauer eines Fortune 500-Unternehmens ist von etwa 70 Jahren auf etwas mehr als 10 Jahre gesunken.

Innovation stört das Wettbewerbsumfeld. Unternehmensstrategien dahingehend anzupassen ist nicht einfach. Einer, der das aus eigener Erfahrung weiß, ist Shantanu Narayen, Vorsitzender und CEO des US-amerikanischen Softwareunternehmens Adobe.

Narayens Ziel: Er wollte Adobe dazu schon früh zu bringen, auf ein Cloud-basiertes Abonnementmodell umzusteigen, um schnellere Innovationen in der Produktreihe des Konzerns zu ermöglichen. Doch deutlich zu machen, wie sich der plötzliche Rückgang der kurzfristigen Einnahmen am Ende durch höhere wiederkehrende Einnahmen auszahlen würde, sei enorm schwierig gewesen, so Narayen.

So treibt 5G das Internet der Dinge voran

In einem meiner vergangenen Artikel habe ich festgestellt, dass technologische Innovationen bereits den Aufstieg der lokalen Lieferketten vorangetrieben haben, so dass die Elastizität des globalen Wirtschaftswachstums gegenüber dem globalen Handel viel geringer ist als früher. Das ist ein Beispiel, an dem die starke Wirkung von Innovationen auf wirtschaftliche Entwicklungen bereits deutlich zu erkennen ist.

Bisher waren die Auswirkungen von Innovationen auf die Produktivität begrenzt. Allerdings hat das Produktivitätswachstum in jüngster Zeit wieder an Fahrt aufgenommen. So wird das Aufkommen von 5G-Netzwerken die Entwicklung des industriellen Internets der Dinge beschleunigen. Das Gleiche gilt für Fahrzeuge, die Straßenbeleuchtung und viele andere Alltagsgegenstände.

Die Geschwindigkeit von 5G wird es all diesen Maschinen und Geräten, die sich „am Rand“ des Netzwerks befinden, ermöglichen, extrem schnell mit Cloud-basierten Systemen der Künstlichen Intelligenz (KI) zu kommunizieren. Da die anschließende Datenverarbeitung in der Cloud erfolgt, kann jede Maschine „intelligent“ werden, ohne dass ein hochleistungsfähiger Computer in ihre eigene Hardware eingebettet werden muss.

Es wird noch etwas Zeit brauchen, bis diese Innovationen im großen Stil umgesetzt werden. Und es wird einige Zeit dauern, bis Unternehmen diese neuen Fähigkeiten optimal für sich zu nutzen und bis die Fähigkeiten der Mitarbeiter dem neuen Stand der Technik entsprechen.

All diejenigen, die bezweifeln, dass diese Innovationen eine Produktivitätssteigerung bewirken werden, sollten ihre Überzeugung noch einmal überdenken. Denn: Sollten die Investitionen stabil bleiben, glaube ich, dass wir auf ein viel schnelleres Produktivitätswachstum und ein stärkeres Wirtschaftswachstum zusteuern. All das Gerede von „dauerhafter Stagnation“ wird dann Schnee von gestern sein.