Welcher Finanzplatz der Welt bietet am meinsten Vorteile und damit das beste Gesamtpaket? Das Center for Financial Studies (CFS) der Frankfurter Goethe-Universität und das Pariser Institut Louis Bachelier messen das seit 2023 mit dem Open Financial Ecosystem Index (Ofex). Anders als das umfragebasierte Ranking der Londoner Z/Yen Group stützt sich der Ofex auf 53 Indikatoren aus öffentlich zugänglichen Quellen – von der Marktkapitalisierung über Steuersätze bis zur Lebenszufriedenheit.
Je zur Hälfte fließen die Kategorien Finance und Arbeitsumfeld in den Score ein. Am 7. Juli stellten die Institute die Ausgabe 2026 vor. Das Ergebnis: viel Stabilität an der Spitze, eine leichte Aufholbewegung asiatischer und europäischer Finanzplätze – und einzelne bemerkenswerte Bewegungen. Eine Einordnung liefern die Autoren gleich mit: Die Verschiebungen gehen nicht nur auf neue Daten zurück, sondern auch auf Methodikänderungen – drei Steuerindikatoren wurden durch aktuellere OECD-Daten ersetzt, die Handelsdaten europäischer Finanzplätze um Euronext-Zahlen ergänzt.
Sehen sie auf den folgenden Seiten die Top-10 der vorteilhafstesten Finanzzentren – und erfahren Sie zudem, welche 20 Städte es in das Ranking geschafft haben.
Platz 10: Shenzhen
Für Shenzhen geht es zwei Plätze nach unten: von Rang 8 auf Rang 10, mit einem Score von 63,7 Punkten. Damit hält sich die südchinesische Metropole gerade noch in der Spitzengruppe – die sie erst im Vorjahr erobert hatte, als sie um zehn Plätze nach oben geklettert war. Als Bewegungsfaktoren nennt die Studie die Lebenszufriedenheit und ausländische Direktinvestitionen. Shenzhen, 1980 zur ersten Sonderwirtschaftszone Chinas erklärt, zählt heute rund 17,8 Millionen Einwohner. Die Stadt beheimatet die Shenzhen Stock Exchange sowie Technologiekonzerne wie Tencent und Huawei – und gilt als Fintech-Labor der Volksrepublik.
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Welcher Finanzplatz der Welt bietet am meinsten Vorteile und damit das beste Gesamtpaket? Das Center for Financial Studies (CFS) der Frankfurter Goethe-Universität und das Pariser Institut Louis Bachelier messen das seit 2023 mit dem Open Financial Ecosystem Index (Ofex). Anders als das umfragebasierte Ranking der Londoner Z/Yen Group stützt sich der Ofex auf 53 Indikatoren aus öffentlich zugänglichen Quellen – von der Marktkapitalisierung über Steuersätze bis zur Lebenszufriedenheit.
Je zur Hälfte fließen die Kategorien Finance und Arbeitsumfeld in den Score ein. Am 7. Juli stellten die Institute die Ausgabe 2026 vor. Das Ergebnis: viel Stabilität an der Spitze, eine leichte Aufholbewegung asiatischer und europäischer Finanzplätze – und einzelne bemerkenswerte Bewegungen. Eine Einordnung liefern die Autoren gleich mit: Die Verschiebungen gehen nicht nur auf neue Daten zurück, sondern auch auf Methodikänderungen – drei Steuerindikatoren wurden durch aktuellere OECD-Daten ersetzt, die Handelsdaten europäischer Finanzplätze um Euronext-Zahlen ergänzt.
Sehen sie auf den folgenden Seiten die Top-10 der vorteilhafstesten Finanzzentren – und erfahren Sie zudem, welche 20 Städte es in das Ranking geschafft haben.
Platz 10: Shenzhen
Für Shenzhen geht es zwei Plätze nach unten: von Rang 8 auf Rang 10, mit einem Score von 63,7 Punkten. Damit hält sich die südchinesische Metropole gerade noch in der Spitzengruppe – die sie erst im Vorjahr erobert hatte, als sie um zehn Plätze nach oben geklettert war. Als Bewegungsfaktoren nennt die Studie die Lebenszufriedenheit und ausländische Direktinvestitionen. Shenzhen, 1980 zur ersten Sonderwirtschaftszone Chinas erklärt, zählt heute rund 17,8 Millionen Einwohner. Die Stadt beheimatet die Shenzhen Stock Exchange sowie Technologiekonzerne wie Tencent und Huawei – und gilt als Fintech-Labor der Volksrepublik.
Platz 9: Tokio
Tokio setzt seinen Abstieg fort: Nach dem Rutsch von Rang 4 auf Rang 7 im Vorjahr verliert die japanische Hauptstadt 2026 erneut zwei Plätze und landet mit 64,0 Punkten auf Rang 9. Der Score-Verlust von 3,12 Punkten ist der zweitgrößte der Top 20. Als Bewegungsfaktoren nennt die Studie die Bruttowertschöpfung je Arbeitsstunde und ausländische Direktinvestitionen. Die Präfektur Tokio zählt rund 14 Millionen Einwohner, der Großraum mit rund 37 Millionen Menschen gilt als größte Metropolregion der Welt. Die Tokioter Börse ist eine der größten Asiens.
Platz 8: Seoul
Der Aufsteiger des Jahres: Seoul klettert um vier Plätze von Rang 12 auf Rang 8 – und kehrt damit in die Top 10 zurück, aus denen die südkoreanische Hauptstadt im Vorjahr gefallen war. Mit 64,4 Punkten liegt sie nur hauchdünn hinter Singapur. Als Treiber nennt die Studie die politische Stabilität und die Lebenszufriedenheit. Seoul zählt rund 9,4 Millionen Einwohner, im Großraum lebt etwa die Hälfte der südkoreanischen Bevölkerung. Die Stadt ist Sitz der Korea Exchange und Heimat der Technologie- und Industriekonglomerate, allen voran Samsung – deren Kapitalmarktgewicht den Finanzplatz prägt.
Platz 7: Singapur
Singapur verbessert sich um zwei Plätze von Rang 9 auf Rang 7 und kommt auf 64,6 Punkte. Als Treiber nennt die Studie das Anleihehandelsvolumen und die Unternehmenssteuern.
Der Stadtstaat mit rund 6 Millionen Einwohnern entwickelte sich in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Vermögensverwaltungszentrum Asiens – Family Offices und Privatbanken siedeln sich in großer Zahl an, angezogen von politischer Stabilität, niedrigen Steuern und der Regulierung durch die Monetary Authority of Singapore.
Platz 6: Shanghai
Shanghai hält Rang 6 mit 66,0 Punkten – und bleibt damit der bestplatzierte chinesische Finanzplatz. Erst im Vorjahr war die Stadt um neun Plätze in die Top 10 vorgestoßen. Mit rund 25 Millionen Einwohnern ist Shanghai die größte Stadt Chinas. Die Shanghai Stock Exchange zählt nach Marktkapitalisierung zu den größten Börsen der Welt.
Platz 5: Frankfurt
Frankfurt verteidigt mit 68,3 Punkten Rang 5 – und hat sich laut den Studienautoren in der Spitzengruppe etabliert. Im Teilranking Finance belegt die Mainmetropole Rang 6, beim Arbeitsumfeld nur Rang 14 (Business: 7, Infrastruktur: 9, Humankapital: 16). Als Stärken nennt die Studie die regulatorische Infrastruktur rund um die EZB, das Kreditgeschäft der Banken – mit Erfolgen nach dem Brexit –, die Fondsindustrie sowie die Finanzmarktinfrastruktur im Handel und in der Abwicklung.
Die Liste der Schwachstellem ist allerdings länger: IPO-Flaute, zu wenige Fintechs und vor allem Unicorns, hohe Steuersätze für Unternehmen wie Privatpersonen, Bürokratie, Wachstumsschwäche, mangelnde Innovationsfähigkeit, ein rigider Arbeitsmarkt, hohe Lebenshaltungskosten sowie Defizite bei Schulen, Universitäten und im kulturellen Angebot. Als Herausforderungen benennt die Studie den wichtigsten Wettbewerber Paris, die aufholenden asiatischen Finanzplätze, die anhaltende IPO-Schwäche samt fehlendem Ökosystem für Tech-Börsengänge – und die strukturelle Schwäche der Gesamtwirtschaft, die auch den Finanzplatz belastet. Chancen sieht sie im Ausbau des Fintech-Segments, in der Tokenisierung und in einer Konsolidierung der Regionalbörsen. Frankfurt zählt rund 775.000 Einwohner – und ist diesbezüglich der mit Abstand kleinste Finanzplatz der Top 10.
Paris hält Rang 4 mit 70,5 Punkten – gut zwei Punkte vor Frankfurt. Die Studie benennt die französische Hauptstadt ausdrücklich als wichtigsten Wettbewerber der Mainmetropole. Paris zählt rund 2,1 Millionen Einwohner, in der Metropolregion leben mehr als 12 Millionen Menschen. Die Stadt ist Sitz des Börsenbetreibers Euronext, der europäischen Bankenaufsicht EBA und der Wertpapieraufsicht Esma – und profitiert seit dem Brexit von der Verlagerung von Handels- und Bankaktivitäten aus London.
Platz 3: Chicago
Chicago verliert Rang 2 an London und fällt auf Rang 3 – mit einem Minus von 6,32 Punkten, dem deutlichsten Score-Rückgang der gesamten Top 20. Mit 77,1 Punkten bleibt die Stadt dem neuen Zweitplatzierten allerdings dicht auf den Fersen. Als Bewegungsfaktoren führt die Studie die Lebenszufriedenheit und die Unternehmenssteuern an. Chicago zählt rund 2,7 Millionen Einwohner und ist mit der CME Group, eine der weltgrößten Optionsbörsen und die größte Terminbörse der Welt, das globale Zentrum des Derivatehandels.
Die Top 20 des Ofex-Rankings 2026 im Überblick:
-
- New York (100,0 Punkte)
-
- London (80,9)
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- Chicago (77,1)
-
- Paris (70,5)
-
- Frankfurt (68,3)
-
- Shanghai (66,0)
-
- Singapur (64,6)
-
- Seoul (64,4)
-
- Tokio (64,0)
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- Shenzhen (63,7)
-
- Amsterdam (63,3)
-
- Hongkong (63,2)
-
- Zürich (63,1)
-
- Stockholm (62,8)
-
- Toronto (62,3)
-
- Sydney (61,3)
-
- Dublin (60,3)
-
- Kopenhagen (59,9)
-
- Luxemburg (58,6)
-
- Helsinki (58,2)
Bemerkenswert: Luxemburg, um vier Plätze auf Rang 19 geklettert, ist der einzige Finanzplatz der Top 20, der seinen Rückstand auf die Spitze verkürzt hat – alle übrigen fielen weiter zurück.
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Platz 2: London
London klettert von Rang 3 auf Rang 2 – und verdrängt mit 80,9 Punkten Chicago vom Podiumsplatz, wobei der Abstand zum Verfolger laut Studie gering bleibt. Als Treiber nennt sie ausländische Direktinvestitionen und die Kapitalaufnahme über Börsengänge. Die britische Hauptstadt zählt rund 8,9 Millionen Einwohner.
Trotz Brexit-bedingter Abwanderung von Geschäft nach Paris, Frankfurt und Amsterdam bleibt London das mit Abstand größte Finanzzentrum Europas – im umfragebasierten Konkurrenzranking der Z/Yen Group rangiert die Stadt weltweit ebenfalls auf Rang 2 hinter New York.
Platz 1: New York
Unangefochten an der Spitze: New York verteidigt Rang 1 mit 100,0 Punkten – fast 20 Punkte vor dem Zweitplatzierten. Den Vorsprung auf die Verfolger baut die Stadt laut Studie sogar aus. New York zählt rund 8,3 Millionen Einwohner, in der Metropolregion leben rund 20 Millionen Menschen.
Mit der New York Stock Exchange und der Nasdaq beheimatet die Wall Street die beiden größten Börsen der Welt – gemessen an der Marktkapitalisierung liegt keine andere Stadt auch nur in Reichweite.