Foster Family Office Studie 2016 „Einige Family Offices entwickeln sich zu Asset Champions“

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  • Die Professionalisierung der Family Offices schreitet voran: Die Strategische Vermögensplanung wird in zunehmenden Fällen von Family Offices selber erbracht. Investment-Prozesse, Rechts- und Steuerberatung werden weiterhin externalisiert.

  • Unabhängigkeit von Interessenskonflikten und Diskretion sind Treiber der Internalisierung – in der Realität geht der Trade-off aber auch zu Gunsten messbarer Fakten wie Preis und Leistung.

  • Das eigene Netzwerk ist der mit Abstand am häufigsten genutzte Zugang von Family Offices zu externen Beratern.

  • Handlungsfähigkeit gewinnt an Bedeutung: Das Reporting wird, intern wie extern, deutlich auf Effizienz getrimmt.

  • Compliance spielt (zu Recht) keine Rolle in den Family Offices – lediglich diejenigen, die sich externen Kunden öffnen wollen, werden Compliance-Anforderungen erfüllen müssen.

  • Risikoaverse Familien handeln eher auf der Basis objektiver Maßstäbe bei der Auswahl der Dienstleister.

  • Solche Familien hingegen, die eine erhöhte Sensibilität gegenüber Risiken demonstrieren, neigen zu Attentismus: Berater werden subjektiv ausgewählt, Wechsel finden erstaunlicherweise seltener statt.

  • Die Verwaltung von liquiden Assets haben Family Offices mehrheitlich externalisiert; die Verwaltung von illiquiden Anlagen hingegen findet sehr oft intern statt.

  • Dominante Anlagen sind Aktien, Immobilien und Private Equity. Die Renditeziele werden in allen drei Bereichen jedoch nicht erreicht.

  • Private-Debt- und Infrastruktur-Investments sind wenig nachgefragt. Hauptgrund ist jedoch mangelndes Verständnis. In beiden Fällen sollten Fonds die genannten Probleme überwinden können.

  • Die Nachsteuerrendite ist für die meisten Family Offices sekundär. In erster Linie zählt die Güte (ökonomische Wert- und Nachhaltigkeit) des Investments.

  • Der zunehmende Fokus auf Alternative Investments bringt Asset Champions unter den Family Offices hervor, die ihre Expertise zusehends anderen Family Offices anbieten.

  • Diversifikation liegt im Trend – das Kapital der Family Offices sammelt sich jedoch stärker in Deutschland.

  • Im Beziehungsverhältnis zwischen der Familie und ihrem Family Office ist Vertrauen die Conditio sine qua non. Expertise kann in nahezu allen Bereichen zugekauft werden – Vertrauen nicht. Dieses Vertrauensverhältnis und die Abwesenheit von Interessenkonflikten, ist auch der primäre Vorteil eines privaten Family Office.


Über den Autor:
Michael Staab ist geschäftsführender Gesellschafter des Foster Forschungsinstituts für Family Offices. Das Unternehmen mit Standorten in Frankfurt und Zürich soll als Plattform für den Austausch zwischen (Unternehmer-)Familien, ihren Family Offices und Experten dienen. Der 54-Jährige berät zudem einzelne Unternehmerfamilien und Family Offices.