Foster Family Office Studie 2016 „Einige Family Offices entwickeln sich zu Asset Champions“

Michael Staab ist geschäftsführender Gesellschafter des Foster Forschungsinstituts für Family Offices

Michael Staab ist geschäftsführender Gesellschafter des Foster Forschungsinstituts für Family Offices

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Unter dem Dach eines Family Offices werden diejenigen Aufgaben, die mit der Verwaltung von großen Privat- oder Familienvermögen verbunden sind, zusammengeführt. Das Family Office ist die Schnittstelle der Familie zu Steuern, Recht und allen Aspekten der Vermögensanlage.

Da jede Familie andere Anforderungen und Präferenzen bei der Verwaltung des eigenen Vermögens zugrunde legt, gibt es folglich ebenso viele unterschiedliche Strukturen. Hintergrund ist die zentrale Entscheidung, welche von den für die Verwaltung benötigten Leistungen in Eigenregie erbracht werden sollen und welche im Anbietermarkt zugekauft werden. Die Struktur eines Family Office folgt demzufolge zwei Fragestellungen:
  1. Welche Leistungen benötige ich für die Verwaltung meines Vermögens?

  2. Wie generiere ich diese Leistungen?

Oder anders formuliert: die oft zitierte Richtungsentscheidung zwischen „Make, or Buy“ ist nur eine Dimension im Zusammenhang mit einer individuellen Family-Office-Struktur. Die andere, vorgelagerte Dimension beschreibt die objektive Bedarfssituation im Kontext der vom Vermögensinhaber vorgegebenen Erwartungshaltung und Anforderungen. Es handelt sich um ein von Heterogenität geprägtes Feld unterschiedlicher Zielvorgaben – und dies nicht alleine zwischen den oft zitierten Zielsetzungen realer Vermögenserhalt und substanzieller Vermögensaufbau.

Zudem ist diese Organisationsentscheidung nicht starr, das heißt die Struktur des eigenen Family Office muss – vor dem Hintergrund sich verändernder Rahmenbedingungen und Anlagestrategien – immer wieder überprüft und angepasst werden.

Wiederkehrende Muster bei Family Offices

Doch es gibt ein Phänomen, das (nahezu) alle großen Privatvermögen betrifft: Die Diversifikation wird zunehmend die zentrale Vorgabe für die Vermögensstrategie. Grund hierfür sind sich gegenseitig verstärkende Einflussfaktoren: Die Geldpolitik der Notenbanken, die nicht zuletzt zu dauerhafter Zinserosion im Rentenmarkt und Asset-Preis-Blasen bei Immobilien, Land und Forst geführt hat.

Ferner kommen die politischen Instabilitäten, vermehrt auch in Europa (das Brexit-Referendum und die Lage in der Türkei sowie der Vormarsch der anti-europäischen bis national-orientierten politischen Fraktionen) und schließlich die zunehmenden Eingriffe der Regulatoren in nationale und internationale Rahmenbedingungen (Legal, Tax, Compliance) hinzu. All das erhöht nicht zuletzt die Komplexität auch für Einzelinvestitionen, die nicht nur praktisch, sondern auch rechtlich und steuerlich umfassend beherrscht werden müssen.

Grund genug für das Foster Forschungsinstitut, die strukturellen Antworten der Family Offices und die Umsetzung der Diversifikation in den Portfolien genauer zu untersuchen.

Die Daten für die Untersuchung wurden sowohl qualitativ als auch quantitativ erhoben. Von den 40 Teilnehmern an der Studie war die Mehrheit ein Single Family Office; in dieser Gruppe wurden zudem 22 Interviews geführt.