Professionelle Fondsselektion beginnt für Rebekka Haller lange bevor ein Fonds im Portfolio landet. Natürlich spielen Kennzahlen wie Assets under Management, Historie oder Information-Ratio eine wichtige Rolle. Entscheidend ist für sie aber der Blick hinter die Zahlen. „Ich habe den Anspruch, dass man da sehr breit rangehen muss. Also man muss das halt einmal quantitativ sehen. Also man muss sich wirklich ganz nüchtern Zahlen angucken und natürlich ist es aber auch ein ganz qualitatives Thema, wo man wirklich mit den Managern sprechen muss.“ Für Haller entsteht ein vollständiges Bild erst dann, wenn Daten und persönliche Gespräche zusammenpassen.
Dabei versteht sie ihre Aufgabe nicht als reines Aussortieren von Fonds, sondern als Verantwortung gegenüber dem Kunden. Die Zeiten, in denen Produkte vor allem verkauft wurden, weil sie dem Anbieter nützten, seien vorbei. Heute gehe es darum, Portfolios wirklich besser zu machen. „Was ich an der heutigen Zeit schön finde, ist, dass man eigentlich für und mit dem Kunden Fonds auswählen kann.“ Genau deshalb hinterfragt sie Investmentprozesse, analysiert Managerwechsel und prüft, ob eine Strategie auch in schwierigen Marktphasen Bestand hat. Trends oder Marketinggeschichten beeindrucken sie dabei ebenso wenig wie kurzfristige Hypes.
Im Gespräch mit Podcast-Host Malte Dreher wird deutlich, dass gute Fondsselektion weit mehr ist als ein Blick auf Rankings oder Sternebewertungen. Es geht um Disziplin, langfristiges Denken und den Mut, auch einmal Nein zu sagen. Eine Folge über die Menschen hinter den Fonds, die Zukunft aktiver Strategien und die Frage, warum professionelle Anleger manchmal gerade mit dem Verzicht auf ein Investment die beste Entscheidung treffen.