Fondsporträt Loys Global L/S Aktien mit straffem Sicherheitsnetz

Zwar freut sich Fondsmanager Ufuk Boydak auch, wenn es an den Aktienmärkten nach oben geht. Seine besondere Stärke spielt sein Long-Short-Aktienfonds Loys Global L/S allerdings aus, wenn es an den Märkten kracht. Denn dann fallen die Aktien im Portfolio nicht ins Bodenlose, sondern in das Sicherheitsnetz aus Aktienindex-Short-Positionen. Und das ist immer relativ straff gespannt, so dass allzu große Rücksetzer nicht möglich sind. Die angestrebte Grenze liegt für Boydak bei 5 Prozent.

Boydak kombiniert Long-Positionen in globalen Qualitätsaktien mit Short-Positionen in Aktienindizes. Letztere dienen nicht als zusätzliche Alphaquelle, sondern nur der Absicherung. Bei der Aktienauswahl durchleuchtet er die fundamentalen Kriterien der Unternehmen nach dem bewährten Loys-Investmentprozess. „Wichtig für uns ist nicht, wo das Unternehmen sitzt, sondern wo es seine Umsätze macht. Und zu diesen Ländern müssen wir auch eine Meinung haben, um die Umsatzprognosen zu beurteilen“, erklärt Boydak.

Günstige Qualität aus dem Nebenwerte-Bereich

Entscheidend für die Auswahl sind eine gute Qualität des Managements, Profitabilität und ein stabiles Geschäftsmodell mit absehbaren Erträgen. Solche Unternehmen kauft er dann gern unterbewertet mit einem Sicherheitsabschlag auf den fairen Wert von mindestens 30 Prozent.

Er investiert in Unternehmen jeder Größe, hat aber vor allem Nebenwerte im Portfolio. „Beim aktuellen Fondsvolumen von knapp 70 Millionen Euro können wir dort gut investieren. Wenn das Volumen weiter steigt, wird auch der Anteil an Standardwerten zunehmen“, so Boydak. Insgesamt hat er 60 bis 65 Werte im Portfolio. Große Wetten geht er nicht ein, kein Wert ist stärker als mit 2,5 Prozent gewichtet.

Aus regionaler Sicht dominieren mit knapp 25 Prozent deutsche Werte. Dieses Übergewicht führt Boydak zum einen auf eine leichte Home-Bias zurück: „Wir haben einen sehr guten Zugang zu deutschen Unternehmen.“ Zum anderen beruht die derzeitige Heimatliebe auf einer attraktiven Bewertung: „Deutsche Unternehmen wurden unserer Ansicht nach kürzlich, aber auch schon im Laufe der Euro-Krise zu stark abgestraft“, erklärt der Fondsmanager, der künftig aber wieder mit einer breiteren Aufstellung des Fonds in Europa rechnet.

Durchschnittliche Nettoinvestitionsquote von 30 Prozent

In allen Aktienmärkten, in denen er investiert, verkauft er Futures auf die jeweiligen Standardwerte-Indizes. Diese hält er trotz seiner Nebenwerte-Ausrichtung aus Kostengründung für die bessere Wahl. Insgesamt sichert er so das Marktrisiko des Aktienportfolios weitgehend ab. Seine Nettoinvestitionsquote liegt stets zwischen 10 und 60 Prozent, üblich sind um die 30 Prozent. Gesteuert wird die Quote sowohl über die Short- als auch über die Long-Seite. „Wenn der Markt nach unten geht, würden wir eher die Short-Seite konstant lassen und die Kursschwäche für günstige Aktienkäufe nutzen“, erläutert Boydak.

Das Beta des Ende 2011 aufgelegten Fonds liegt bei etwa 0,2. Dies kommt nicht nur durch die Absicherung. „Schon unsere Auswahl relativ langweiliger Aktien senkt die Marktsensitivität“, sagt der Fondsmanager. Sein Renditeziel liegt bei 4 bis 6 Prozent pro Jahr. Währungen sind weitgehend abgesichert. Keine Fremdwährung hat ein Gewicht von mehr als 5 Prozent.

Wie stark die Absicherung die Partizipation an der Aufwärtsbewegung der Titel genau ausbremst, kann Boydak nicht sagen, da die Aktien einen Mehrwert gegenüber den Indexaktien erzielen sollen. „Es gibt aber eine gewisse Asymmetrie. Der Fonds geht stärker mit nach oben, als er nach unten mit fällt. Im laufenden Jahr bis zum 23. September liegt der Fonds über 8 Prozent im Plus, der MSCI World nur 2,9 Prozent“, sagt der Fondsmanager.