Fondsporträt In Asiens Gesundheit investieren

Der Lacuna Adamant Asia Pacific Health ist der erste asiatisch-pazifischen Healthcare-Fonds im deutschsprachigen Raum gewesen. Heute werden über 120 Millionen Euro in dieser Strategie verwaltet.  | © Getty Images

Der Lacuna Adamant Asia Pacific Health ist der erste asiatisch-pazifischen Healthcare-Fonds im deutschsprachigen Raum gewesen. Heute werden über 120 Millionen Euro in dieser Strategie verwaltet. Foto: Getty Images

2006 wagte die Regensburger Investmentgesellschaft Lacuna zusammen mit dem Spezialisten für Gesundheitsaktien Adamant Biomedical Investments einen ungewöhnlichen Schritt: Sie starteten den ersten asiatisch-pazifischen Healthcare-Fonds im deutschsprachigen Raum, den Lacuna Adamant Asia Pacific Health. Heute werden über 120 Millionen Euro in der Strategie verwaltet, seit 2011 ist auch eine Tranche für institutionelle Investoren im Angebot. Das Management liegt durch die Übernahme von Adamant im April 2015 jetzt bei Bellevue Asset Management. Das Team um Cyrill Zimmermann ist jedoch das gleiche, wurde nur um die Bellevue-Expertise erweitert. Und an der Strategie hat sich auch nichts geändert.

200 bis 300 investierbare Unternehmen

Fondsmanager Oliver Kubli investiert asienweit in Unternehmen aus dem Gesundheitssektor, auch in Australien und Neuseeland kann er Aktien kaufen. Sein Schwerpunkt liegt auf vier Ländern, die den Markt in Asien bestimmen. Rund 40 Prozent des Portfolios stecken in Japan, den fortschrittlichsten Healthcare-Markt der Region. Knapp ein Viertel des Fondsvermögens ist zurzeit in Südkorea investiert, etwa 15 Prozent in Indien und 12 Prozent in China.

Das Anlageuniversum umfasst mehrere hundert Firmen. „Davon sind rund 200 bis 300 investierbar“, so Kubli. Allerdings erweitert sich die Auswahlliste gerade. Bellevue hat seit Kurzem Zugang zu in Schanghai notierten chinesischen A-Aktien, die ausländische Investoren nur mit spezieller Zulassung kaufen dürfen. Der China-Anteil im Fonds könnte sich daher bald vergrößern. „Unser Außenposten in Singapur hat sich bereits mit mehreren Firmen getroffen“, so Kubli. Auf der Kaufliste steht zum Beispiel Jiangsu Hengrui Medicine, eines der großen chinesischen Pharmaunterhemen, das aber nur als A-Aktie erhältlich ist.  

Japanische Erfolgsstory: Facebook für Ärzte

In der Sektoraufteilung spiegelt sich der asiatische Markt wider. Den größten Anteil mit knapp 35 Prozent haben Generika-Firmen, die in Asien eine wichtige Rolle spielen. Biotech hingegen macht weniger als 5 Prozent aus. Der Gesundheitsmarkt hat viele Facetten, zu den größten Einzelpositionen im Fonds zählt beispielsweise M3. Die japanische Software-Firma ist eine Art Facebook für Ärzte. Das Netzwerk ermöglicht einen besseren Austausch unter Ärzten, aber vor allem eröffnet es den Pharmaunternehmen einen direkten Zugang zur Ärzteschaft und damit bessere Vermarktungsmöglichkeiten. „Rund 80 Prozent der japanischen Ärzte sind in dem Netzwerk, eine internationale Expansion ist in Arbeit“, so Kubli.

Die Auswahl der Titel erfolgt anhand von acht Schlüsselkriterien, vier qualitativen und vier quantitativen. „Erstens bewerten wir das Management. Dafür sind wir viel unterwegs und schauen uns die Firmen vor Ort an“, so Kubli. Zudem analysiert das Team die Produktpipeline und operative Risiken. Als vierter Faktor wird das Länderrisiko geprüft. „Gesundheitsversorgung ist sehr länderspezifisch. Politische und regulatorische Vorgaben müssen berücksichtigt werden“, erklärt Kubli.

Bei der quantitativen Analyse lautet der Ansatz Wachstum zum vernünftigen Preis. „Wir wollen in profitable Unternehmen mit guten Margen investieren, die überdurchschnittlich wachsen, aber attraktiv bewertet sind“, fasst Kubli zusammen. Seit Auflegung 2006 hat der Fonds knapp 90 Prozent zugelegt (Stand 10. November 2015). Dem globalen Markt für Gesundheitsaktien hängt er damit hinterher, den MSCI Asia Pazifik inklusive Japan hat er hingegen deutlich geschlagen.