Fondsporträt - Bond Absolute Return Zeitgemäßer Ersatz für Buy-and-hold

Portfoliomanager Herr Dr. Eckhard Schulte geht davon aus, dass das aktuelle Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank verlängert wird (geht bis März 2017). | © Getty Images

Portfoliomanager Herr Dr. Eckhard Schulte geht davon aus, dass das aktuelle Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank verlängert wird (geht bis März 2017). Foto: Getty Images

Das aktuelle Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) läuft offiziell bis März 2017. Dr. Eckhard Schulte erwartet jedoch, dass es nochmals in die Verlängerung geht. Und der Vorstandvorsitzende des Frankfurter Asset Managers MainSky (ehemals GPIM) erwartet ebenfalls, dass die EZB gezwungen sein wird, die Kaufregeln zu ändern. Zurzeit darf sie nur Anleihen kaufen, die oberhalb des Einlagensatzes von aktuell –0,4 Prozent rentieren.

„Bei deutschen Bundesanleihen kann sie also nur Papiere mit einer Restlaufzeit von sieben Jahren und länger erwerben. Das verflacht die Zinskurve“, so Schulte. Er spekuliert darauf, dass dieses Kriterium aufgeweicht wird und die Zentralbank bald auch kürzerlaufende Anleihen kaufen kann, was zu einer Versteilung der Zinskurve führen dürfte. Davon will Schulte in seinem Bond Absolute Return profitieren und handelt entsprechend die Laufzeiten gegeneinander.

Maximal 4 Prozent Verlust pro Quartal

Solche relativen Anlageideen, die marktneutral von Renditedifferenzen profitieren, machen den Kern des Anleihefonds Bond Absolute Return aus. Schulte kann auch einfache Long-Positionen eingehen, aktuell setzt er beispielsweise auf Anleihen aus der Euro-Peripherie.
 
Der knapp 100 Millionen Euro schwere internationale Rentenfonds verfolgt einen Absolute-Return-Ansatz mit relativ strikter Begrenzung von Verlusten. „Der Fonds ist ein Substitut für sicherheitsorientierte Anleger, die früher im Anleihebereich klassische Buy-and-hold-Strategien nutzten, die heute nicht mehr funktionieren“, erklärt Schulte. Das Gesamtrisiko des Portfolios wird stets so gesteuert, dass das Portfolio einen absoluten Value at Risk (VaR) von 2,0 Prozent bei einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent innerhalb von zehn Tagen nicht überschreitet. Die Zielvolatilität beträgt 2 bis 3 Prozent pro Jahr. Zudem sichert Schulte die Performance, indem er Verluste auf 3 Prozent pro Monat, 4 Prozent pro Quartal und 5 Prozent jährlich begrenzt. Sein Renditeziel liegt langfristig bei 2,5 bis 3 Prozent über der Geldmarktverzinsung.

Bislang gab es seit Auflage 2007 keinen Monat, in dem die Rendite unter –1 Prozent gerutscht war. In jedem Kalenderjahr lieferte der Fonds eine positive Rendite.

Auswahl aus sieben Alpha-Quellen

Um seine Ziele zu erreichen, setzt Schulte auf eine Auswahl aus Anlageideen aus sieben Feldern: Duration, Zinskurvenpositionen, Cross Market Trades, Geldmarktpositionen, Spread-Veränderungen, Optionsstrategien und inflationsindexierte Anleihen. „Pro Bereich sind meist ein bis zwei Anlageideen im Portfolio“, so Schulte. Dabei konzentriert er sich auf die Fixed-Income-Märkte der Industrieländer. Schultes Ansatz ist Top-Down getrieben. Die Ideen basieren auf den makroökonomischen Einschätzungen von MainSky. Die Analysen werden dabei durch ein breites Spektrum von quantitativen Indikatoren unterstützt, die MainSky selbst entwickelt hat.

Auf dieser Grundlage entstand nicht nur das Bundesanleihen-Zinskurven-Investment, auch in der Entwicklung in den USA sieht Schulte Potenzial. Er versucht von der Renditedifferenz zwischen deutschen und US-Staatsanleihen zu profitieren. Dazu kauft er US-Anleihen und geht Short-Positionen auf deutsche Staatsanleihen ein. „Bei fünfjährigen Anleihen gibt es einen Renditeunterschied von etwa 1,8 Prozent. Das ist ein interessanter Carry für den Fonds“, sagt Schulte, der davon ausgeht, dass die US-Notenbank Fed von massiven Zinserhöhungen in den nächsten Jahren absieht und die Renditedifferenz nicht stark auseinanderlaufen dürfte.


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