Steuerskandal Fondsmanagern droht Anklage in Cum-Ex-Affäre

Münchner Staatsanwaltschaft

Münchner Staatsanwaltschaft: Die Ermittlungen gegen die Fondsgesellschaft Avana im Rahmen des Cum-Ex-Skandals schreiten voran Foto: Imago Images / Eibner

Im Cum-Ex-Skandal wollen die Münchner Ermittler bald Beschuldigte der Fondsgesellschaft Avana Invest anklagen. Das berichtet das „Handelsblatt“. Es geht demnach bei diesem Fall um insgesamt 89 Personen, darunter Banker, Berater und Broker. Im Mittelpunkt der inzwischen mehr als sieben Jahre dauernden Ermittlungen stünden aber zwei frühere Manager der Fondsfirma, schreibt das Blatt.

Avana hatte in großem Stil Cum-Ex-Geschäfte gemacht. Dabei ging es darum, sich vom Fiskus eine einmal auf Dividenden abgeführte Kapitalertragsteuer mehrfach erstatten zu lassen. Die Zeitung beziffert die Summe, die Avana-Fonds auf diese Weise einstrichen, auf 219,8 Millionen Euro. Es handele sich damit um einen der großen Fälle der Cum-Ex-Steueraffäre, vergleichbar mit Maple Bank und M.M. Warburg Bank. Diese beiden Fälle endeten vor Strafgerichten.


Im Fall Avana stehe nun eine Anklage bevor, schreibt das „Handelsblatt“ und zitiert eine mit der Sache vertraute Person: „Die Beweislage ist eindeutig, ich rechne in wenigen Monaten mit einer Anklageerhebung."

Die Finanzaufsicht Bafin hatte im September 2020 einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von Avana gestellt. Die vom Unternehmen verwalteten Fonds waren als Sondervermögen geschützt.

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