Fondsanalyse deluxe, Teil 6 Investment-DNA gesucht!

Gewaltiges Panorama-Kunstwerk im Museum der modernen Kunst in Paris: Wie im Großgemälde kommt es bei der Fondsanalyse darauf an, das Gesamte auf sich wirken zu lassen, bei all den verschiedenen Aspekten aber dennoch den Durchblick zu behalten.

Gewaltiges Panorama-Kunstwerk im Museum der modernen Kunst in Paris: Wie im Großgemälde kommt es bei der Fondsanalyse darauf an, das Gesamte auf sich wirken zu lassen, bei all den verschiedenen Aspekten aber dennoch den Durchblick zu behalten.

Bei Gedanken über die Bedeutung und Sinnhaftigkeit des Kapitalmarkts werden viele Abneigung und Verzweiflung empfinden und manche sogar an Dinge wie Ausbeutung denken. Dabei geht es beim Kapitalmarkt um nichts anderes als Investitionsfinanzierung. Unternehmen und Staaten benötigen zur Finanzierung ihres Wachstums oder ihrer Infrastruktur Kapital, also Investoren, die sich entweder am Eigenkapital des Unternehmens beteiligen oder dem Unternehmen beziehungsweise Staat vorübergehend Geld leihen. Der Kapitalmarkt dient dazu, dass sich Unternehmen sowie Staaten um das Geld der Sparer aller Form und Art bewerben müssen. Dabei gewinnen regelmäßig die Unternehmen und Staaten, die das ihnen anvertraute Kapital achtsam und sorgfältig behandeln.

Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen und Staaten zudem alle ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen schonend und nachhaltig behandeln – und damit meine ich nicht nur die Umwelt. Investments sind kein Spiel, und als solches sollte man sie niemals betrachten. Entsprechend vertrauen wir das Geld unserer Kunden ausschließlich Fonds beziehungsweise Vermögensverwaltern an, die aktive Investitionsentscheidungen treffen, also einen klaren, nachvollziehbaren und zu jedem Zeitpunkt wahrnehmbaren Investitionsstil haben. Man muss eine Investment-DNA erkennen können. Es ist statistisch bewiesen, dass 87 Prozent der Vermögensverwalter nicht in der Lage sind, ihren jeweiligen Index zu schlagen. Solche haben keine Investment-DNA. Umgekehrt heißt das aber auch, dass es 13 Prozent gibt, die dies vermögen. Ein nicht kleiner Teil davon wiederum hat auch keine Investment-DNA, sondern gelegentlich Glück, was offensichtlich nicht nachhaltig ist.

Manager

Im Finanzdienstleister MFS Investment Management (MFS) haben wir die geforderte Investment-DNA gefunden. Dem Besucher von MFS fällt in dem ordentlichen, eher nüchternen Empfangsraum des Hauptsitzes an der Huntington Avenue in Boston sofort ein in einer Vitrine geöffnetes Buch auf. Es trägt in einer Tabelle handschriftlich ordentlich aufgelistet Daten über Käufe von Wertpapieren. Was der Besucher sieht, ist das Buch der Investitionen des ersten Publikumsfonds der USA, wahrscheinlich sogar der Welt. Den Massachusetts Investors Trust, kurz MIT, hat 1924 der Vermögensverwalter Massachusetts Financial Services aufgelegt. Manche der ersten Fondspositionen gibt es noch heute.

Boston wurde früh ein wichtiger Standort für professionelle Vermögensverwaltung. Die verschiedenen örtlichen Universitäten boten hervorragend ausgebildete Menschen, die aus aller Welt kamen. Die seitens Neuengland ausstrahlende Ruhe sorgt für das notwendige Maß an Unaufgeregtheit.

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Für eine nachhaltig erfolgreiche Vermögensverwaltung ist diese Kombination ideal. Schon Sir John Templeton wusste, dass eine große Distanz zur Verwirrtheit der Wall Street ein wertvolles Attribut ist. Als ich 1988 das erste Mal nach Boston kam, um in der Funktion eines Equity Sales die Portfoliomanager der vielen Bostoner Vermögensverwalter zu besuchen, wurde mir sehr schnell deutlich, wie anders die Atmosphäre in den Investmentbüros in Boston im Vergleich zu New York war. Einige Jahre hatte ich das Vergnügen, diese Portfoliomanager zu betreuen, ihren Investmentstil kennenzulernen und früh zu verstehen, dass Investieren eine Kombination aus Titelauswahl und Langfristigkeit ist.