Fondsanalyse deluxe, Teil 2 Hauptsache Arbitrage

Marcus Storr (l.) ist bei Feri Trust für Portfoliomanagement und Managerauswahl zuständig. Stephan Bongartz arbeitet bei Feri Trust als Investment-Manager im Bereich Hedgefonds. | © Feri Trust

Marcus Storr (l.) ist bei Feri Trust für Portfoliomanagement und Managerauswahl zuständig. Stephan Bongartz arbeitet bei Feri Trust als Investment-Manager im Bereich Hedgefonds. Foto: Feri Trust

Wer in Singapur vielleicht gerade die deutsche Botschaft besucht hat und sich für Hedgefonds interessiert, ist gut beraten, mit dem Auf-zug noch einige Stockwerke nach oben zu fahren. Im 31. Stock des Singapore Land Towers findet man das kleine Büro der Metrica Partners. Das Unternehmen sind vor allem Damian Edwards und David Mulvenna, die sich im November 2016 selbstständig gemacht haben, um ihren eigenen Hedgefonds zu gründen. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitern verwalten die beiden Partner als Investmentchef (CIO) und Betriebschef (COO) seit Juni 2017 den Metrica Asia Event Driven Fund, das einzige Produkt und der alleinige Fokus des vierköpfigen Teams von Metrica.

Metricas junger Fonds verfolgt marktneutrale Arbitrage-Strategien in Aktien, die an Börsen im Asien-Pazifik-Raum gehandelt werden. Der geografische Fokus der Strategie ist sicherlich exotisch, nicht jedoch die eingesetzten Instrumente oder die Portfoliokonstruktion. Schaut man in das Portfolio, findet man börsengehandelte Aktien und Futures zur Absicherung von Währungsrisiken – keine illiquiden Anleihen, keine strukturierten Produkte oder komplizierten Derivate. Uns gefällt, dass man als Investor weder verstecktes Beta zu den hoch volatilen Zielmärkten, noch Exposure zu alternativen Risiken außerhalb des Asien-Pazifik-Raums erhält. Und die Überschneidung zu anderen Hedgefonds ist minimal.

Start-ups wie Metrica bieten Vorteile gegenüber etablierten Hedgefonds: Die Gebühren sind niedriger, die Incentivierung der Mitarbeiter ist stärker, die Transparenz ist höher und der Zugang zu den Entscheidungsträgern besser – Metrica beschäftigt überhaupt kein Vertriebspersonal, das dem Investor Fragen anstelle von Edwards oder Mulvenna beantworten könnte.

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 Quelle: Feri Trust

MANAGER: Edwards und Mulvenna kennen sich aus dem MBA-Programm der London Business School. Im Zuge von Background-Checks haben wir uns die Berufs- und Ausbildungsstationen in den Lebensläufen der beiden durch die entsprechenden Institutionen bestätigen lassen. Vor allem Damian Edwards als Fondsmanager steht da im Fokus: Er ist britischer und kanadischer Staatsbürger, verbrachte aber seine gesamte Karriere in Asien. Bevor er sich selbstständig machte, verantwortete Edwards für die Royal Bank of Canada in Hongkong von 2011 bis 2016 den Teil des Handels, den man als Event Driven bezeichnen würde. Zuvor war er von 2007 bis 2011 Portfoliomanager bei Morgan Stanley. Er begann seine Karriere 1997 als quantitativer Research-Analyst bei Jardine Fleming in Tokio. Neben dem MBA hält er Master-Abschlüsse in Informatik und Jura von der Universität Cambridge. Wie zuvor bei der Royal Bank of Canada und Morgan Stanley, verfolgt Edwards auch bei Metrica defensive Arbitrage-Strategien, deren Ziel es ist, kleine Gewinne über einen längeren Zeitraum anzuhäufen.

PROZESS: Metricas Arbitrage-Strategien fallen in die Bereiche Relative Value und Event Driven. Bei Letzterem profitiert der Fonds davon, dass sich Aktienpreise durch ungewöhnliche Unternehmensereignisse von den Bewegungen des Markts entkoppeln können. „In 95 Prozent der Fälle handelt es sich um eine Merger-Arbitrage“, erläutert Investmentchef Edwards. In den allermeisten Fällen ist das Unternehmensereignis also eine angekündigte Fusion oder Übernahme, wegen derer Edwards investiert. Das Besondere bei Metrica ist, dass mindestens eines der bei der Fusion oder Übernahme involvierten Unternehmen an einer asiatischen Börse notiert sein muss. Dadurch wird die Überschnei-dung mit anderen Hedgefonds minimiert, was gerade für Investoren mit bestehenden Allokationen im Bereich Merger-Arbitrage interessant sein dürfte. Gleichzeitig minimiert der exotische Fokus Risiken im Zusammenhang mit dem Herdenverhalten von Hedgefonds.