Folgen des Diesel-Skandals Zusatzversorgungskasse lässt Volkswagen stehen

Fahnen mit dem Firmenlogo wehen vor dem Volkswagen-Werk in Mosel bei Zwickau: Die Kirchliche Zusatzversorgungskasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands kündigt ihre Kooperation mit VW auf.

Fahnen mit dem Firmenlogo wehen vor dem Volkswagen-Werk in Mosel bei Zwickau: Die Kirchliche Zusatzversorgungskasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands kündigt ihre Kooperation mit VW auf. Foto: imago images / photo2000

Die Kirchliche Zusatzversorgungskasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands (KZVK) will ihren Fuhrpark nicht länger mit Fahrzeugen der Marke Volkswagen (VW) bestücken und hat eine Kooperation mit dem Hersteller gekündigt. Nach eigenen Angaben hatte die Pensionseinrichtung, die über 1,3 Millionen Versicherte und mehr als 186.000 Rentner betreut, über viele Jahre hinweg Dienstwagen bei VW bezogen.

Zuletzt leaste sie für ihre Außendienst-Referenten zehn Fahrzeuge. Diese sollen mit Auslaufen des Leasingzeitraums zurückgegeben werden. In Zukunft will die KZVK mit einem anderen Anbieter zusammenarbeiten.

„Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, da wir als Unternehmen der katholischen Kirche für christliche Werte und ethische Grundsätze stehen. Der Umgang von VW mit der Dieselaffäre steht in starkem Kontrast zu den Wertmaßstäben, die wir für uns und unsere Partner setzen“, sagt Ulrich Mitzlaff, Vorstandsvorsitzender der KZVK.

Wie eine Sprecherin der Zusatzversorgungskasse gegenüber dieser Redaktion erläutert, war für die Entscheidung weniger die Dieselaffäre an sich ausschlaggebend – der Volkswagenkonzern hat beim Dieselmotor EA 189 betrogen. Das ist vom Bundesgerichtshof am 25. Mai 2020 höchstrichterlich festgestellt worden. Vielmehr kritisiert die Pensionseinrichtung das Verhalten von Volkswagen bei der Aufarbeitung des Skandals. 

Mit ihrer öffentlichkeitswirksamen Kündigung der Kooperation mit Volkswagen geht die KZVK, die mit Kapitalanlagen von rund 21 Milliarden Euro (Stand: 31. Dezember 2019, Buchwert) zu den größeren institutionellen Anlegern in Deutschland zählt, einen ungewöhnlichen Weg. Um sich bei den Vorständen von Unternehmen mit umstrittenen Geschäftspraktiken Gehör zu verschaffen, drohen Großanleger zum Beispiel auf Hauptversammlungen mit dem Verkauf ihrer Aktienpakete. Bei der KZVK hat man einen anderen Weg gefunden, öffentlich Kritik zu üben. Ein Vorbild benötigte die kirchliche Zusatzversorgungskasse dafür nicht. Man habe diese Entscheidung nach eigener reiflicher Überlegung getroffen, so die Sprecherin.