Folgen der Corona-Krise Pensionskassen drohen Mietausfälle

Das historische Stadtzentrum von Zürich: Schweizer Pensionskassen müssen sich aufgrund der Corona-Krise auf Mietausfälle einrichten.  | © imago images / BE&W

Das historische Stadtzentrum von Zürich: Schweizer Pensionskassen müssen sich aufgrund der Corona-Krise auf Mietausfälle einrichten. Foto: imago images / BE&W

Die Corona-Pandemie trifft auch Großanleger, die ihre Kapitalanlagen vorbildlich über mehrere Anlageklassen gestreut haben. Nach Angaben der Investment-Beratungsgesellschaft Complementa sind die Gewinne der Schweizer Pensionskassen aus dem „hervorragenden“ Anlagejahr 2019 inzwischen mehr als aufgebraucht. Deshalb sank der sogenannte durchschnittliche Deckungsgrad, eine für kapitalfinanzierte Pensionseinrichtungen wichtige Kennzahl, nach Schätzungen von Complementa von 109,5 Prozent per Ende 2019 auf nur mehr 101,7 Prozent per Ende März 2020 (siehe Abbildung). Die Kennzahl gibt an, zu wie viel Prozent die Verpflichtungen einer Vorsorgeeinrichtung an einem bestimmten Stichtag mit Vermögenswerten gedeckt sind.  

Der Deckungsgrad ist vor allem aufgrund der Kursverluste der Aktienmärkte abgeschmolzen. Schweizer Pensionskassen investieren zirka 30 Prozent ihres Vermögens in Dividendenpapiere. Die Spezialisten von Complementa mit Sitz in Zürich schätzen, dass die eidgenössischen Pensionskassen in den vergangenen vier Wochen knapp 90 Milliarden Franken an Kapital verloren haben. An einzelnen Tagen im März waren die Verluste demnach so groß, dass der Deckungsgrad vorübergehend unter die Marke von 100 Prozent gerutscht ist. 

Die Corona-Krise hat nach Angaben von Complementa nicht nur Auswirkungen auf traditionellen Anlageklassen, sondern auch auf Immobilien, welche bei Pensionskassen in den vergangenen Jahren auf zuletzt rund 20 Prozent des Vermögensmix angewachsen sind. Investoren müssten sich beispielsweise auf Mietstundungen oder Mietverzicht einstellen, warnt Complementa und geht dennoch davon aus, dass diese Situation die Anlageklasse „derzeit nicht grundsätzlich in Frage stellt“. Die weiteren Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft seien derzeit noch nicht zu beziffern.