Folge von Mifid II Berenberg fährt Anlageberatung drastisch zurück

Hans-Walter Peters: „Dies ist ein Beispiel dafür, wie falsche Schwerpunktsetzungen in der Regulierung den Kunden bevormunden und in das Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Bank eingreifen“.  | © Berenberg

Hans-Walter Peters: „Dies ist ein Beispiel dafür, wie falsche Schwerpunktsetzungen in der Regulierung den Kunden bevormunden und in das Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Bank eingreifen“. Foto: Berenberg

Bei Berenberg hat das Geschäft mit Anlageberatung vergangenes Jahr um etwa 50 Prozent abgenommen – der Hamburger Privatbank zufolge ein bewusster Schritt als Reaktion auf Mifid II: Man habe frühzeitig erkannt, dass durch die Finanzmarktrichtlinie ein Wechsel von der Anlageberatung hin zur Vermögensverwaltung stattfinden werde und sich entsprechend aufgestellt, sagte Berenberg-Chef Hans-Walter Peters. „Dies ist ein Beispiel dafür, wie falsche Schwerpunktsetzungen in der Regulierung den Kunden bevormunden und in das Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Bank eingreifen“, so Peters weiter.

Den Rückgang auffangen konnte demnach das mandatierte Geschäft: 2018 habe man die von Kunden im Wealth Management überwiegend in Anspruch genommene Vermögensverwaltung deutlich ausbauen können, hieß es. Das verwaltete Vermögen sei im vergangenen Jahr trotz Marktverwerfungen nur leicht von 37 auf 36,7 Milliarden Euro gesunken.

Stark gefragt waren laut Peters ergänzende Investmentlösungen, wie etwa Anlagen in Immobilien oder digitale Infrastruktur. „Uns ist es wichtig, in einem von Standardisierung geprägten Marktumfeld unseren Kunden individuelle Beratung zu bieten und besondere Investitionsmöglichkeiten zu erschließen“, sagte Peters. Gerade anspruchsvolle Kunden mit komplexen Aufgabenstellungen würden das Angebot honorieren, sodass Berenberg 2018 in den Kernzielgruppen habe wachsen können.