Der Verkauf bei FNZ geht weiter: Gerade hatte der Technologieinvestor mit Hauptsitz in London vermeldet, sich von der FNZ Bank und der Gesellschaft Deutsche Haftungsdach trennen zu wollen. Jetzt steht ein neuer Deal an: FNZ verkauft auch seine erst 2024 erworbene Vermögensverwaltungsplattform IFSAM. Käufer ist Oddo BHF.
Der deutsch-französische Finanzkonzern hat mit FNZ eine Vereinbarung zur Übernahme der in Luxemburg ansässigen International Fund Services & Asset Management (IFSAM) getroffen, wie beide Unternehmen am 6. August 2026 mitteilten. Allein das Go der Aufsichtsbehörden stehe noch aus.
FNZ hatte IFSAM erst 2024 übernommen
Erst 2023 hatte FNZ selbst den Kaufvertrag unterzeichnet, um IFSAM im Jahr darauf in die eigene Unternehmensgruppe zu holen. Mit dem Zukauf wollte FNZ laut eigener Mitteilung von damals seine kontinentaleuropäischen Aktivitäten auf Luxemburg ausweiten und dort ein „Kompetenzzentrum für Fondsvertrieb und Verwahrdienstleistungen“ aufbauen.
IFSAM bietet Dienstleistungen in den Bereichen Fondsvertrieb, Fondsabwicklung und -ausführung, Verwaltung von Bestandsprovisionen sowie technologische Services an. Der 2001 gegründete B2B-Anbieter sitzt in Contern, Luxemburg. Geschäftsführender Gesellschafter beziehungsweise Managing Partner von IFSAM ist Luc Duarte, der auch schon beim Verkauf von IFSAM an FNZ im Amt war.
Was Oddo BHF mit IFSAM vorhat
Oddo BHF verfügt bereits über eine eigene B2B-Fondsplattform namens IFP (Institutional Fund Platform), die sich auf Versicherungskunden fokussiert. Nun soll IFSAM dieses Angebot auch auf Kunden im Private Banking und Wealth Management, vor allem bei internationalen Bankkunden, ausdehnen. Durch den Zusammenschluss entstehe eine Plattform mit Präsenz in Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg, die Kunden von Versicherungsgesellschaften über Asset Manager, Banken bis hin zu Vermögensverwaltern umfasse. Das kombinierte administrierte Vermögen dieses Geschäftssegments soll laut Oddo perspektivisch mehr als 90 Milliarden Euro umfassen.
Auf Seiten von FNZ äußerte sich Europa-Chefin Cornelia Coman zum Verkauf von IFSAM – und das mit ähnlichen Worten, wie FNZ bereits den Verkauf der FNZ Bank begründet hatte: Die Transaktion unterstütze die Strategie von FNZ, sich auf das Kerngeschäft der Vermögensverwaltungstechnologie zu konzentrieren. Man bleibe dem europäischen Markt jedoch verpflichtet und arbeite auch weiterhin großen Finanzinstituten zu.
Für Oddo BHF äußerte sich Christian Zahn, Vorstandsmitglied und globaler Leiter Investment Banking: „IFSAM gibt uns weiteren Zugang zu Wealth Managern und passt aufgrund ihrer komplementären Aufstellung perfekt zu unserer Institutional Fund Platform.“ Und weiter: „Darüber hinaus erweitert IFSAM unser Leistungsspektrum um zusätzliche Kompetenzen, insbesondere im Bereich Hedgefonds-Administration und Custody Services.“
Über FNZ
FNZ hat ihren Hauptsitz in London. Chefin der Gruppe (CEO) ist seit 2024 Blythe Masters, Nachfolgerin von FNZ-Gründer Adrian Durham. Das Unternehmen arbeitet als Technologieanbieter nach eigenen Angaben mehr als 30 Millionen Endanlegerinnen und Endanlegern weltweit zu.
Über Oddo BHF
Die Bankengruppe Oddo BHF beschäftigt rund 3.100 Mitarbeitende in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Tunesien und erwirtschaftete 2025 ein Nettobankergebnis von 905 Millionen Euro bei einem Eigenkapital von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Chef von Oddo BHF ist Philippe Oddo. Seit dem 1. Juni ist Simone Westerfeld seine Stellvertreterin.