Nachhaltigkeits-Siegel FNG verzeichnet stark steigende Nachfrage

Bachlauf im Odenwald

Bachlauf im Odenwald: Das Forum Nachhaltige Geldanlage beobachtet ein stark gestiegenes Interesse, Fonds als nachhaltig zertifizieren zu lassen. Foto: imago images / HMB-Media

Immer mehr Fondsanbieter beantragen eine Zertifizierung mit dem FNG-Siegel. Das meldet das auf Nachhaltigkeitsanalysen spezialisierte Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Laut dem Beratungshaus haben sich 2021 bislang 281 Fonds für das Nachhaltigkeits-Siegel beworben. Das seien bereits zur Jahresmitte 60 Prozent mehr als im gesamten vergangenen Jahr zusammen. Insgesamt bewarben sich 102 Fondshäuser um ein FNG-Siegel – gegenüber 73 Häusern im vergangenen Jahr. Die Anfragen kommen weltweit aus 14 Ländern, auch von außerhalb der EU.

Gemäß der europäischen Offenlegungsverordnung muss jeder Fondsanbieter seine Produkte in eine von drei Nachhaltigkeitskategorie einordnen: Fonds, die das Thema nicht berücksichtigen (Artikel 6), Fonds, die ein Nachhaltigkeitsmerkmal aufweisen (Artikel 8), und Fonds, die ein konkretes Nachhaltigkeitsziel verfolgen (Artikel 9). Einstweilen geschieht diese Zuordnung rein nach Selbsteinschätzung der Fondsanbieter, im kommenden Jahr soll die Eigendeklaration noch einmal überprüft werden.

Wissenschaftlich basierte Orientierungshilfe“

„Über Nacht wurden viele existierende, konventionelle Produkte zu Nachhaltigkeits-Fonds“, ärgert sich Roland Kölsch, Geschäftsführer der QNG, Tochterunternehmen des FNG, das für das FNG-Siegel zuständig ist. Das Siegel solle unter diesen Umständen „eine externe und unabhängige Prüfung des Inhalts und der Qualität“ der nachhaltigen Geldanlage gewährleisten. Die Zertifizierung helfe mit, Grünfärberei eigentlich konventioneller Produkte zu verhindern, ist Kölsch überzeugt.

„Als wissenschaftlich basierte Orientierungshilfe hilft es, Anlegerinnen und Anlegern, aber auch Versicherungen, Dachfondsmanagern, Stiftungen und anderen institutionellen Anlegern, gut gemachte Angebote herauszufiltern“, wirbt man beim FNG für das hauseigene Siegel.

Den Prüfprozess für das FNG-Siegel nehmen externe Experten vor: Mit im Boot ist die Universität Hamburg, die Universität Kassel sowie ein vom FNG zusammengestelltes Komitee, in dem laut FNG „Anleger, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Kirchen und Nichtregierungsorganisationen“ aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten sind.