Flossbach von Storch zum Eigenleben der Märkte „Schwarzer Montag“ – das lehrt uns der Crash von 1987

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Nachrichten lösten den Crash nicht aus…

Bereits kurz nach dem Crash hat der Wirtschaftswissenschaftler und spätere Nobelpreisträger Robert Shiller nachgewiesen, dass beide oben genannten Faktoren das Verhalten der Anleger am 19. Oktober 1987 zwar beeinflussten, aber den Crash nicht erklären können: „Die tatsächliche Entscheidung, am 19. Oktober zu kaufen oder zu verkaufen, scheint nur schwach mit den Interpretationen der jüngsten Nachrichten zu korrelieren, die von den Anlegern als wichtig eingestuft wurden“, schreibt Shiller in seiner Studie.

Die Psyche der Anleger trieb das Geschehen voran

Wichtiger als die Nachrichtenlage an diesem Tag war das Verhalten der Marktteilnehmer: „Es gibt statistische Belege, die darauf hindeuten, dass der Aktienmarkt in gewissem Maße ein Eigenleben hat, das nicht mit den wirtschaftlichen Fundamentaldaten zusammenhängt“, erkannte Ökonom damals und erteilte damit der Theorie vom jederzeit effizienten Markt eine Abfuhr.

Wie ändert sich der Preis und was machen die anderen?

Der heute 72-Jährige fand im Rahmen seiner Befragungen heraus, dass die Marktteilnehmer sich vor allem von zwei Dingen beeinflussen ließen: von den Preisveränderungen am Tag selbst und von der Psychologie. Sie stellten Vermutungen darüber an, wie sich die anderen Marktteilnehmer wohl verhalten würden – und handelten dann aufgrund dieser Vermutung. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass eine eindeutige Crash-Ursache nicht gefunden wurde, aber der Versuch, den Markt zu timen und der Herdentrieb die Abwärtsspirale immer weiter beschleunigt hatten.

Dicke Überraschung am Jahresende

Apropos: Was wäre Anlegern passiert, die zum Jahresbeginn 1987 in den Dow-Jones-Index investiert, beim Crash die Ruhe bewahrt und erst am Ende des Jahres auf die Schlussnotierung des Index geschaut hätten? Sie hätten sich über einen Gewinn von 2,26 Prozent freuen können. Genau ein Zehntel dessen, was viele andere Anleger ein paar Wochen zuvor an einem einzigen Tag verloren.

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