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Flossbach von Storch Warum US-Aktienrückkäufe keine Kursmanipulation sind

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Aktienrückkäufe ohne messbaren Effekt

Welchen Effekt hatten aber Aktienrückkäufe denn nun tatsächlich über die zurückliegenden Jahre? Die Antwort ist relativ einfach: keinen messbaren und keinen relevanten. Dafür gibt es gleich mehrere Begründungen. Die vermutlich überzeugendste ist die, dass die Zahl der Aktien durch die Rückkäufe über die zurückliegenden fünf Jahre nur leicht rückläufig war. Über die zurückliegenden zehn Jahre ist sie stabil und über die zurückliegenden 20 Jahre gab es sogar einen leichten Verwässerungseffekt (die Anzahl der Aktien stieg über etwa 1,8?Prozent p.a.). Gleichzeit aber stieg der Nettogewinn der Unternehmen kontinuierlich und signifikant an. Die Argumentation, die Rally der vergangenen Jahre sei weniger auf Gewinnsteigerungen zurückzuführen, sondern zu einem erheblichen Teil auf die Tatsache, dass der Gewinn sich auf deutlich weniger Aktien verteile, ergibt somit wenig Sinn.

Der Dax ist auch „verzerrt“

Zudem ist die Argumentation, die Bewertung eines ganzen Wirtschaftsraums sei durch das Phänomen verzerrt, nur dann plausibel, wenn die Summe aller Rückkäufe zu deutlichen, individuellen Bewertungsverzerrungen geführt hätte. Vor diesen fürchtet sich derjenige, der über den Index argumentiert und sich die Mühe spart, jeden einzelnen Fall zu beurteilen. Er setzt zudem voraus, dass solche Verzerrungen denen, die in den einzelnen Unternehmen investiert sind, über Jahre nicht auffallen und sich mit der Zeit aufaddieren. Selbst, wenn man das nicht gänzlich ausschließen wollte, müsste man fragen, welche Relevanz eine solche Fehleinschätzung der Masse hätte, wenn man sich selber zutraut, ein einzelnes Unternehmen, sein Geschäftsmodell, die aktuelle Kapitalallokation (Bilanz) sowie die Qualität des Managements zu beurteilen (und nicht in den Index investiert).

Am Ende entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, wenn speziell Anleger in Deutschland in dem Grund für die Rally an den US Aktienmärkten eine Form des „Financial Engineering“ vermuten oder unterstellen. Der heimische Dax stieg in diesem Jahrtausend um etwa 2.300 Punkte. Dieser Anstieg geht zu 100 Prozent zurück auf Dividenden und somit „Ausschüttungen“. Dass sie beim Dax mit in die Entwicklung eingerechnet werden, ist weltweit einzigartig. Es ist weder richtig noch falsch. Mit einem zwinkernden Auge könnte man aber dies ebenso als „Financial- oder zumindest Index Engineering“ bezeichnen.

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