Florian von Khreninger-Guggenberger von der SSKM „Wir sind Beziehungsmanager“

Florian von Khreninger-Guggenberger von der Stadtsparkasse München: Im Gespräch erklärt der Direktor Private Banking den Partnerwechsel rund um die Vermögensverwaltung.

Florian von Khreninger-Guggenberger von der Stadtsparkasse München: Im Gespräch erklärt der Direktor Private Banking den Partnerwechsel rund um die Vermögensverwaltung.

private banking magazin: Die Stadtsparkasse München setzt künftig auf eine eigene Vermögensverwaltung. Ist diese mehr denn je die richtige Anlageform für die Private-Banking-Klientel?

Florian von Khreninger-Guggenberger: Die Vermögensverwaltung ist in vielen Fällen die richtige Anlageform. Denn aktuell spüren wir bei unseren Kunden Verunsicherung: Die Schwankungen an den Märkten in der jüngeren Vergangenheit waren enorm und haben den Kunden gezeigt, wie wichtig es ist, in allen Fragen zur Vermögensanlange einen verlässlichen Partner an ihrer Seite zu haben. Unsere Kunden profitieren von einem professionellen Vermögensverwalter, der über die notwendige Fachkompetenz und über das richtige Timing verfügt. Darüber hinaus agiert unsere Vermögensverwaltung international, so dass wir hier einen guten Kompromiss zwischen Home Bias und Internationalität haben.

Früher hat Ihr Institut die Vermögensverwaltung einer norddeutschen Privatbank angeboten. Was war ausschlaggebend, dass die Stadtsparkasse München künftig auf die Lösung der Frankfurter Bankgesellschaft setzt?

von Khreninger-Guggenberger: Die Frankfurter arbeitet seit vielen Jahren sehr erfolgreich mit etlichen anderen Sparkassen zusammen und unterstützt aktuell 39 Sparkassen bei der eigenen Vermögensverwaltung. Und das sehr erfolgreich, wie wir aus Gesprächen mit unseren Partner-Sparkassen wissen. Nachdem wir unser Wertpapiergeschäft weiter ausbauen und optimieren wollten, ist uns die Wahl hier leichtgefallen. Außerdem liegt bei der Frankfurter Bankgesellschaft die Mindestanlage bei nur 250.000 Euro – das sehen wir als Vorteil für uns und unsere Kunden. Zudem ist der Wechsel gar nicht wirklich neu. Schon vor Einführung der Vermögensverwaltung war die Frankfurter Bankgesellschaft ein kompetenter Partner im Rahmen der Vermögensanlage. Auch daher lag der Schritt nahe, die Zusammenarbeit zu intensivieren.

Das Modell der Zusammenarbeit ist nun anders. Die Stadtsparkasse München kauft ja nicht die Vermögensverwaltung als Ganzes ein, sondern nur gewisse Dienstleistungen.

von Khreninger-Guggenberger: Die Aufgabenverteilung ist sehr klar: Wir kümmern uns um die Kundenberatung und -betreuung, sowie um die Konto- und Depotführung. Die Frankfurter Bankgesellschaft übernimmt das gesamte Portfoliomanagement.

Wäre es nicht haftungs- und aufsichtsrechtlich einfacher gewesen, selber als Finanzportfolio-Verwalter aufzutreten, und nicht die konkrete Umsetzung auszulagern?

von Khreninger-Guggenberger: Wir halten dieses Modell für unbedenklich. Die bisherigen Erfahrungen mit den Kollegen aus Frankfurt waren sehr positiv. Unser Fokus und letztlich unsere Kernkompetenz liegt auf der bedarfsorientierten Beratung und Betreuung unserer vermögenden Kunden – wir sind Beziehungsmanager. Das Portfoliomanagement und die Portfolioverwaltung geben wir an dieser Stelle in die professionellen Hände unserer Privatbank in der S-Finanzgruppe.

Inwiefern spielt dabei die Kundenperspektive eine Rolle?

von Khreninger-Guggenberger: Anstelle von Kundenperspektive sollten wir eher über den Kundenbedarf sprechen. Unsere Kunden erwarten von uns in erster Linie eine bedarfsorientierte Beratung und Betreuung sowie eine hohe Transparenz. Diesen Anforderungen werden wir auch mit der neuen Vermögensverwaltung der Stadtsparkasse München gerecht. Das ist unser Anspruch.

Mit der White-Label-Lösung der Frankfurter Bankgesellschaft liegt bei Ihnen die Preispolitik der Vermögensverwaltung. Wie sieht diese aus?

von Khreninger-Guggenberger: Wir bieten mit der neuen Vermögensverwaltung eine Premium-Dienstleistung mit einer fairen, transparenten Vergütungsstruktur an.

Und wie viele Strategien bietet Ihr Haus künftig an?

von Khreninger-Guggenberger: Wir bieten elf individuelle Varianten in der neuen Vermögensverwaltung an – fein abgestuft nach den Risiko-Neigungen der Kunden. Diese Strategien beinhalten sowohl Einzeltitel, Fonds und ETFs. Natürlich sind nachhaltige Geldanlagen mit dabei.

 


Über den Interviewten:
Florian von Khreninger-Guggenberger leitet als Direktor das über 60-köpfige Private-Banking-Team der Stadtsparkasse München. Zuvor war der 46-jährige Bankkaufmann und Diplom-Bankbetriebswirt bis Juli 2019 für die Hypovereinsbank tätig, bei der er verschiedene leitende Positionen im Private Banking und Wealth Management innehatte.