Flex Fonds im Verdacht Durchsuchungen bei schwäbischem Vermögensverwalter

Flex-Fonds-Zentrale in Schorndorf: Der Vermögensverwalter ist nach eigenen Angaben seit 1989 am Markt und managt Investments von mehr als 13.000 Anlegern.  | © FLEX Fonds-Gruppe

Flex-Fonds-Zentrale in Schorndorf: Der Vermögensverwalter ist nach eigenen Angaben seit 1989 am Markt und managt Investments von mehr als 13.000 Anlegern. Foto: FLEX Fonds-Gruppe

Fahnder von Staatsanwaltschaft und Polizei haben Firmengebäude des Vermögensverwalters Gerald Feig durchsucht, berichtet die Stuttgarter Zeitung (bezahlpflichtig). Demnach prüfen die Ermittler, ob das vor fünf Jahren eröffnete Neue Postturm Carré in Schorndorf mit 12,5 Millionen Euro zu hoch bewertet war, als es ins Portfolio des Regio Flex Fonds 1 aufgenommen wurde.

„Es geht um die Frage, ob eine Werbung zur Anlage ordnungsgemäß im Bezug auf die Daten zum Projekt waren“, erklärt hierzu die KAP Rechtsanwaltsgesellschaft in einem Beitrag auf ihrer Internetseite. Konkret: Können mit Mieteinnahmen und einer 17 mal acht Meter großen Werbetafel an dem 40 Meter hohen Turm so viel Geld verdient werden, um für die Anleger Ertrag abzuwerfen?

Deliktische Ansprüche

Feig hatte das Gebäude, das Geschäfte, Büros, Praxen und eine Skybar beherbergt, als Investor finanziert. Die Immobilie hat er dann an den von ihm gemanagten Fonds verkauft. Ob dessen Anleger dabei um etwa 2 Millionen Euro geschädigt worden sind, prüft jetzt die Staatsanwaltschaft. Ein von einer Objektgesellschaft 2014 in Auftrag gegebenes Gutachten, soll sogar nur einen Ertrag von 9 Millionen Euro berechnet haben.

„Wenn sich bestätigt, dass das ganze Objekt Postturm-Carré in Schorndorf zu einem überhöhten Preis gekauft wurde, stünden neben den ohnehin schon möglichen Ansprüchen auf Schadensersatz wegen fehlerhafter Aufklärung sogar deliktische Ansprüche aus Betrug“, heißt es von der Münchner Kanzlei weiter, die nach eigenen Angaben „eine Vielzahl von Geschädigten“ des Vermögensverwalters vertritt.

Anonyme Strafanzeige

Der Beschuldigte Gerald Feig, Geschäftsführer Flex Fonds Capital GmbH, hat der Ermittlungsbehörde Medienberichten zufolge umfangreiche Dokumente und Informationen übergeben und um Akteneinsicht gebeten. „Wir sind absolut sicher, dass wir diesen Verdacht zeitnah ausräumen können“, kommentiert er demnach die anonym erstattete Strafanzeige und verweist auf die Unschuldsvermutung.