Der „Bond Guy“ Fixed Income – eine Zeitreise in die Vergangenheit

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Das Anleihegeschäft dominiert

Die Fixed-Income-Abteilung von T. Rowe Price hatte anfangs nur zwei Mitarbeiter. Einer von ihnen war George Collins. Er hatte das Anleihesegment des Unternehmens in den 1970er Jahren von praktisch null auf ein Multi-Milliarden-Business aufgebaut. Bis 1982 wurden allein 3,2 Mrd. US-Dollar in seinem High-Yield-Fonds verwaltet. Dieser war erst 1976 aufgelegt worden und stellte bereits die größte Einnahmequelle des Unternehmens dar.

George Collins, Analyst bei T. Rowe Price.
George Collins, Analyst bei T. Rowe Price. © T. Rowe Price

Für den früheren Spitzensportler und Militärangehörigen Collins war der Teamansatz verantwortlich für jeden Erfolg. Er hat ganz bewusst eine hochkarätige Auswahl von relativ jungen und dynamischen Managern um sich herum versammelt. Jeden Montagmorgen traf er sich, um über den Markt und die Chancen und Risiken von Staats- und Unternehmensanleihen sowie Geldmarktpapieren zu diskutieren.

Braniff Air: Das Unternehmen ging Pleite, George Collins roch den Braten jedoch.
Braniff Air: Das Unternehmen ging Pleite, George Collins roch den Braten jedoch. © Ragnarok31 Collection / flickr

Im Jahr 1981 hielt Collins Fonds Unternehmensanleihen im Wert von 10 Millionen US-Dollar an Braniff International Airways. Eines Tages gab es Gerüchte über größere Probleme. Braniff beteuerte zwar, dass alles in bester Ordnung sei, doch George Collins roch den Braten. Er kontaktierte Personen vor Ort, um herauszufinden, wie viele Menschen tatsächlich geflogen sind und was die Mitarbeiter der Fluggesellschaft hinter den Kulissen wirklich berichteten. Wie Collins bereits vermutet hatte, waren die Aussichten bei weitem nicht so rosig, wie das Braniff-Management behauptete, also wurden die Anleihen verkauft. Zurecht, wie sich herausstellte. Die Airline ging später pleite. Der „gesunde Menschenverstand“ hatte sich ausgezahlt.

In den turbulenten frühen 1980er Jahre profitierte T. Rowe Price enorm vom wachsenden Fixed-Income-Geschäft. Infolge hoher Zinsen und Volatilität war der von den Aktienmanagern anfangs belächelte Bereich zur Haupteinnahmequelle des Unternehmens geworden. Für diejenigen, die an der Bedeutung von festverzinslichen Wertpapieren zweifelten, war es eine ernüchternde, aber wichtige Erfahrung, zu sehen, wie festverzinsliche Wertpapiere in der Lage sind, eine unterdurchschnittliche Performance von Aktienportfolios auszugleichen. Die endgültige Bestätigung für Fixed Income erfolgte im Juli 1984, als „Bond Guy“ George Collins zum Chef von T. Rowe Price befördert wurde.

Der High-Yield Boom

Im Jahr 1984 startete Collins einen Fonds für High-Yield-Unternehmensanleihen. Das Unternehmen hatte festgestellt, dass die Nachfrage nach höher rentierenden Produkten stieg und Anleger das Potenzial für Kurssteigerungen im Sub-Investment-Grade-Bereich zunehmend besser verstanden. Der Boom bei sogenannten „Junk Bonds“ hatte begonnen. Gleichzeitig setzte Collins die Diversifizierung der Produktpalette fort. Das Unternehmen hatte eine schmerzhafte Lektion gelernt, als sein Fonds für Wachstumsaktien an Wert verlor und das Geschäft einen herben Gewinneinbruch erlitt, ohne dass dieser in anderen Bereichen kompensiert werden konnte.

Doch obwohl die Renditen von festverzinslichen Wertpapieren mit Aktien konkurrieren konnten, fehlte es den Anleihemärkten in Bezug auf die Gestaltung der Geldpolitik an Transparenz. Nach den Währungsturbulenzen der 70er Jahre wurde in den 1980ern das Inflationsziel durch die monetaristische Doktrin gestärkt. Die Reserve Bank of New Zealand wurde 1989 unabhängig, und im Laufe der 1990er Jahre folgten andere Länder diesem Beispiel.

Zur gleichen Zeit bemerkte Collins, dass der Wettbewerb zunahm und die Kosten zur Bereitstellung von Investmentdienstleistungen stiegen. Deshalb dachte Collins über einen Börsengang nach. Dieser erfolgte schließlich im Jahr 1986, im gleichen Jahr legte das Unternehmen auch seinen ersten globalen Anleihefonds auf.