Mitgründer scheiden aus Ein Trio bleibt – Finvia-Holding verkleinert Geschäftsführung deutlich

Bilden künftig die operative Geschäftsführung bei Finvia: Valentin Bohländer, Michael Jänsch und Alexander Eimermacher (von links).

Bilden künftig die operative Geschäftsführung der Finvia-Holding: Valentin Bohländer, Michael Jänsch und Alexander Eimermacher (von links). Foto: Finvia

Die Finvia-Holding stellt sich an der Spitze neu auf: Michael Jänsch, der zum Jahresbeginn als Co-Geschäftsführer eingestiegen ist, wird nun alleiniger Geschäftsführer (CEO) der Holding. Der bisherige Geschäftsführer und Mitgründer Torsten Murke wechselt indes in den Beirat des Unternehmens. Das erfuhr das private banking magazin aus Marktkreisen, ein Sprecher bestätigte die Informationen.

Mit Hanna Cimen, Christian Neuhaus und Marc Sonnleitner geben weitere Mitgründer und Geschäftsführungsmitglieder operative Verantwortung ab, bleiben aber Gesellschafter des Unternehmens. Reinhard Panse zeichnet sich als Investmentchef weiterhin für die Anlagepolitik verantwortlich und bestimmt die strategische Asset-Allokation für die Mandanten des Family Office, scheidet aber ebenfalls aus dem Führungsgremium der Holding aus.

Trio in der Geschäftsführung der Finvia-Holding

Die Geschäftsführung der Holding besteht neben Jänsch künftig noch aus zwei weiteren Mitgliedern: Alexander Eimermacher, seit Jahresbeginn im Unternehmen, verantwortet wie berichtet die Geschäftsentwicklung. Zudem ist mit Valentin Bohländer noch ein Finvia-Mitgründer als Leiter des operativen Geschäfts (COO) in der Führung der Holding tätig. Zur Finvia-Dachgesellschaft gehören das Multi Family Office, Finvia Capital sowie Finvia Sports.

 

Jänsch war von Anfang 2022 bis Ende 2023 Vorstand beim Focam Family Office. Zuvor arbeitete er für die Deutsche Bank und Oddo BHF, wo er ab 2017 die Niederlassung in Hannover geleitet hatte. Wenig später übernahm er die Leitung des Geschäfts mit strategischen Kunden (UHNWIs) in ganz Deutschland und war Teil der Geschäftsleitung des hiesigen Private Wealth Managements bei der deutsch-französischen Privatbank.

Eimermacher war vor seinem Start bei Finvia erst im Oktober vergangenen Jahres zu Focam gewechselt, stieg als Generalbevollmächtigter in die Geschäftsleitung auf. Zuvor verantwortete er die globale Geschäfts- und Kundenentwicklung (Global Head Client Development) im Private Wealth Management bei Oddo BHF. Eimermacher und Jänsch sind beide neue Gesellschafter der Finvia.

Finvia und Focam sprachen wohl über Zusammenschluss

Nach Informationen des private banking magazins hatten Finvia und Focam in den vergangenen Monaten einen Zusammenschluss sondiert. Aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen beider Parteien ist dieser jedoch nicht zustande gekommen. Ein Focam-Sprecher wollte sich nicht weiter zu den Gesprächen äußern. Auch Finvia wollte die Vorgänge weder bestätigen noch dementieren.

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Zur Rolle der nun scheidenden Geschäftsführungsmitglieder teilte Finvia auf Anfrage dieses Mediums Folgendes mit: Cimen werde dem Unternehmen weiter verbunden bleiben und auch sein Engagement als Gesellschafter verstärken. Er soll weiterhin strategisch relevante Partnerschaften für die Finvia begleiten. Neuhaus werde das Family Office weiter bei der Beratung von hochvermögenden Unternehmerfamilien begleiten. Sonnleitner verantwortet wie bisher das Geschäft mit Schlüsselkunden, führt unverändert das Team Family Office Advisory und bleibt Geschäftsführer der Finvia Capital.

Hochvermögende Unternehmerfamilien im Blick

Wie Finvia am Freitag in einer Pressemitteilung bekannt gibt, will das Multi Family Office künftig vor allem hochvermögende Unternehmerfamilien als Kunden gewinnen. Sie seien eine der Kernzielgruppen von Finvia. „Wir bieten die ganze Palette an Beratung und Dienstleistung sowohl für Vermögen ab zwei Millionen Euro – aber eben speziell auch für sehr große Vermögen und komplexe Aufgabenstellungen“, begründet Jänsch die strategische Ausrichtung. Beim Zugang zu ausgewählten Private-Equity- und direkten Immobilieninvestments sehe er das Unternehmen in einer führenden Stellung.

 

Anfang des Jahres hatte es bei dem Frankfurter Family Office mehrere Abgänge als auch Kündigungen gegeben, wie das private banking magazin exklusiv berichtete. So wechselten unter anderem ehemalige Finvia-Führungskräfte zur Commerzbank. Weitere Abgänge zeichnen sich laut Finvia jedoch nicht ab: „Wir wollen das Geschäft mit den Hochvermögenden weiter ausbauen. Dazu suchen wir in den verschiedenen Regionen in Deutschland die Menschen, die uns auf diesem Weg des Wachstums begleiten können und unsere bisherige Mannschaft weiter verstärken.“ Das derzeit rund 90-köpfige Team betreut deutschlandweit ein Vermögen über 6 Milliarden Euro (Stand Februar 2024).

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