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Finvia bekommt einen neuen Gesellschafter. Nach Informationen dieser Redaktion beteiligt sich Modus Capital an der Family-Office-Gruppe aus Frankfurt am Main. Erste Absichtserklärungen sollen unterzeichnet sein, in den kommenden Wochen die genauen Ziele und Konditionen festgelegt werden.
Finvia-Sprecher bestätigten die Pläne mit Modus Capital: „Wie bei jeder erfolgreichen Partnerschaft ist auch eine Vertiefung auf gesellschaftlicher Ebene vorgesehen.“ Die genauen Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit wolle man in den kommenden Monaten erarbeiten. „Ziel ist es, das gemeinsame Netzwerk und die Expertise in den Bereichen Wealth Management, Unternehmensaufbau und Venture-Investments zu nutzen, um strategische Mehrwerte zu schaffen.“
Modus Capital ist gründergeführter Venture-Capital-Investor
Modus Capital selbst kommt aus dem Venture-Capital-Umfeld und hat Standorte in den USA und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Modus Capital arbeitet mittlerweile mit über 30 unterschiedlichen Unternehmen zusammen und hat drei Exits begleitet. Insgesamt arbeiten laut Angaben auf der Internetseite zwischen 20 und 30 Mitarbeitende für Modus Capital. Kareem Elsirafy gründete das Unternehmen 2016 und führt Modus Capital als Managing Partner. Zuvor gründete Elsirafy unter anderem eine Software-as-a-service-Plattform, die zwischenzeitlich mit 1,65 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.
Modus Capitals Erfahrungen mit technologiegetriebenen Unternehmen wollen Finvia und der Investor ausnutzen. Dabei wolle man auch auf „erweiterte Ressourcen“ setzen, erklären die Finvia-Sprecher: „Im Fokus der Partnerschaft steht die Beschleunigung des Wachstums der proprietären Wealth-Tech-Plattform von Finvia.“
Interessant ist: Modus Capital fokussiert sich eigentlich auf Investments im Mittleren Osten und Nordafrika sowie auch im restlichen Afrika. Für beide Regionen besteht jeweils ein Venture-Capital-Fonds. Bis auf wenige Ausnahmen haben die Portfolio-Unternehmen deshalb ihren Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Ländern wie Ägypten oder Nigeria. Das Finvia-Investment wäre also gewissermaßen ein Novum für Modus Capital – aber keineswegs ein einmaliger Ausreißer: Nach Informationen dieser Redaktion sprach Modus Capital auch mit weiteren Multi Family Offices mit Sitz in Deutschland. Anfragen an Modus Capital blieben bisher unbeantwortet.
Die Finvia-Sprecher selbst erhoffen sich vom strategischen Investor einiges: „Diese Zusammenarbeit wird es Finvia ermöglichen, seine Position als am schnellsten wachsendes und fortschrittlichstes Multi Family Office in Europa zu festigen und seine technologischen Fähigkeiten weiter auszubauen, um den wachsenden Kundenstamm noch effizienter zu bedienen.“
Zu den Finvia-Investoren gehören das Gründerteam und Institutionelle
Für diese Ziele erhält Finvia mit Modus Capital nicht das erste Mal Kapital von einem externen Investor: Im Frühjahr 2022 beteiligten sich Hannover Finanz sowie weitere Investoren an der Unternehmensgruppe, damals war die Rede von einer „Kapitalmaßnahme von über 20 Millionen Euro“. Eines der Ziele für Finvia: „profitables Wachstum“. Zumindest 2022 verzeichnete die Finvia Holding aber noch einen deutlichen Jahresfehlbetrag, Daten für das vergangene Jahr liegen noch nicht vor. Bei der eigenen Sports-Einheit zählt auch der ehemalige Fußballfunktionär und -nationalspieler Oliver Bierhoff zu den Gesellschaftern. Ansonsten ist das Gründerteam nach wie vor bei Finvia investiert.
Finvia wurde 2020 von Torsten Murke, dem früheren Firmenkundenchef der BNP Paribas in Deutschland, und den ehemaligen HQ-Trust-Geschäftsführern Reinhard Panse und Hanna Cimen sowie Christian Neuhaus, Marc Sonnleitner und Valentin Bohländer, ebenfalls alle mit HQ-Trust-Vergangenheit, gegründet. Innerhalb weniger Monate nach der Gründung wechselten einige bekannte Namen der Private-Wealth-Branche zu dem Frankfurter Multi Family Office. Zwischenzeitlich justierte das Family Office in der Strategie nach. Aktuell arbeiten etwa um die 70 Mitarbeitenden für die Gruppe, die ein Vermögen von über 6 Milliarden Euro administrieren.