Altersvorsorgedepot Christian Lindner steigt als Investor bei Fintech Ginmon ein

Christian Lindner (mitte) steigt als Investor bei Ginmon ein.

Ginmon-CEO Lars Reiner, Christian Lindner und Ulrich Bauer (von links). Bildquelle: Ginmon

Der frühere Bundesfinanzminister Christian Lindner beteiligt sich als Investor an der Ginmon Gruppe. Den Ausschlag gibt dabei nach seinen eigenen Worten vor allem ein Produkt: das Altersvorsorgedepot, das zum 1. Januar 2027 startet. Das Frankfurter Technologieunternehmen teilte den Einstieg am 23. September mit. Zur Höhe des Investments machte Ginmon keine Angaben.

Wette auf einen neuen Markt

Mit dem Altersvorsorgedepot entsteht ab 2027 ein neuer Markt für kapitalmarktbasierte Vorsorge – und genau dort sieht Lindner das Potenzial von Ginmon. „Mit dem Altersvorsorgedepot wird Kapitalmarktinvestment für die private Altersvorsorge erheblich an Bedeutung gewinnen“, sagt er laut Mitteilung. Entscheidend sei jetzt, dass daraus „attraktive, kosteneffiziente und digitale Angebote für möglichst viele Menschen“ entstehen. „Genau an dieser Schnittstelle von Kapitalmarkt und Technologie sehe ich für Ginmon erhebliches Potenzial.“

Ginmon will seine Technik dafür als White-Label-Lösung anbieten. Banken und Finanzdienstleister sollen darauf eigene Depot-Angebote aufsetzen und unter eigener Marke verkaufen. Unabhängige Berater können entsprechende Lösungen über die Plattform Apeiron Wealth in ihre Beratung einbinden.

Lindner wirbt seit Jahren für eine breitere Aktienkultur und mehr kapitalgedeckte Vorsorge in Deutschland. Ginmon habe ihn überzeugt, weil das Unternehmen nicht nur einzelne Finanzprodukte anbiete, sondern die Infrastruktur dahinter. Darauf ließen sich moderne Investment- und Vorsorgelösungen schneller ausrollen.

500 Millionen Euro unter Verwaltung

Gegründet 2014, verwaltet das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 500 Millionen Euro Kundenvermögen und zählt über 100.000 Endkunden. Neben dem eigenen digitalen Vermögensmanagement betreibt Ginmon die Beraterplattform Apeiron Wealth und das Enterprise-Geschäft Ginmon Technology. Zu den Kunden gehört die Neobank Bunq. Zuletzt vereinbarte das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem Vermögensverwalter Franklin Templeton für das Altersvorsorgedepot.

Firmengründer und Chef Lars Reiner erklärt, man habe Ginmon in den vergangenen Jahren zum Technologieanbieter für die Finanzindustrie ausgebaut. Lindner gewinne man „für diese nächste Wachstumsphase“.

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