Die Finanzbranche zeigt sich krisenresistent: Banken, Kreditinstitute und Fintechs haben allein in Frankfurt im zweiten Quartal 3.958 Stellen öffentlich ausgeschrieben. Das geht aus einer Studie des Personalmarktspezialisten Index-Gruppe hervor, die „Bloomberg“ exklusiv vorliegt. Die Zahl der offenen Positionen bleibt damit auf dem hohen Niveau des Vorjahres.
Frankfurt, als Deutschlands Finanzzentrum Nummer eins, liegt bei den offenen Stellen erwartungsgemäß an der Spitze. Die Fintech-Hochburg Berlin folgt mit rund 3.000 ausgeschriebenen Jobs auf Platz zwei, München belegt mit etwa 2.000 Positionen den dritten Rang.
Finanzsektor trotzt schwacher Konjunktur
Besonders auffällig ist diese Entwicklung in der Finanzbranche, da sie gegen den deutschlandweiten Trend verläuft. Während die Stellenausschreibungen in der Gesamtwirtschaft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent zurückgingen, legte der Finanzsektor um 0,7 Prozent zu. Deutschlandweit schrieben Banken und Fintechs im zweiten Quartal 38.636 Stellen aus.
Demografischer Wandel verschärft Personalnot
Ein Grund für die händeringende Suche nach Mitarbeitern: Viele Institute erwarten, in den kommenden zehn Jahren rund ein Drittel ihrer Belegschaft durch Pensionierungen zu verlieren. Diese Lücken müssen gefüllt werden – und die Branche reagiert.
Die Zahlen der Index-Studie zeigen: Etwa jede zehnte öffentlich ausgeschriebene Stelle bezog sich auf eine Ausbildung. Die Finanzinstitute setzen also verstärkt auf die Anwerbung von Nachwuchskräften, um die Lücken zu schließen.
Über die Studie
Die Index-Gruppe wertet für ihre Arbeitsmarktstatistiken 194 Printmedien, 311 Online-Stellenbörsen, das Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit sowie die Webseiten von rund 900.000 Firmen aus. Die Daten geben damit laut der Autoren ein umfassendes Bild des deutschen Stellenmarktes wieder.