Die Stiftung Mercator hat mit Finance for Transition (F4T) eine Berliner Denkfabrik gegründet. Das Zentrum für resiliente Wirtschaft und Finanzen soll zeigen, wie sich privates Kapital gezielt für die Modernisierung und Dekarbonisierung der Wirtschaft mobilisieren lässt. Die Stiftung stellt in der ersten Förderphase 7,1 Millionen Euro über fünf Jahre bereit.
Die Leitung übernimmt Silke Stremlau, eine bekannte Stimme im nachhaltigen Finanzmarkt in Deutschland. Sie war in der vorherigen Legislaturperiode Vorsitzende des Sustainable-Finance-Beirates der Bundesregierung. Zudem leitete sie die Pensionskasse Hannoversche Kassen, war Generalbevollmächtigte bei der Bank im Bistum Essen und Gesellschafterin der Imug Beratungsgesellschaft (jetzt Ethi Finance).
Pax-Bank-Manager wechselt zu F4T
Als fachlicher Leiter (Technical Director) verstärkt Tommy Piemonte das Team. Er wechselte im Januar 2026 von der Pax-Bank für Kirche und Caritas zu F4T. Dort leitete er neun Jahre lang das nachhaltige Investment Research. Zuvor arbeitete Piemonte ebenfalls sechs Jahre bei der Imug Beratungsgesellschaft, unter anderem als Leiter des Ratingbereichs.
Kapitalzugang als zentraler Engpass
„Insbesondere der Zugang zu Kapital ist trotz vieler etablierter Instrumente ein zentraler Engpass, wenn es um die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch nachhaltige Geschäftsmodelle – gerade im Mittelstand – geht“, erklärt Lars Grotewold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator. Der neue Think-and-Do-Tank werde daher systematisch erfassen, welche strukturellen Hemmnisse die Mobilisierung privaten Kapitals auf Seiten von Unternehmen und Investoren behindern.
Lösungen für kommunale Wärmewende
F4T wird im vorwettbewerblichen Bereich praxisnahe Lösungen erarbeiten, beispielsweise für die kommunale Wärmewende. Aktuell besteht für viele Stadtwerke ein Problem: Die örtlichen Sparkassen oder Volksbanken können oftmals nicht Kredite in der erforderlichen Höhe bereitstellen, für große institutionelle Investoren ist das Geschäft dagegen zu kleinteilig. „Um diese Hürden aus dem Weg zu räumen, verbinden wir Finanzmarkt, Unternehmen, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft“, erklärt Stremlau. „Wir werden zwischen den Welten übersetzen und Brücken bauen.“