Fiduciary Management Anleger stehen vor Make-or-buy-Entscheidung

Matthias Paetzel (li.) und Nikolaus Schmidt-Narischkin vom Beratungshaus Willis Towers Watson | © Willis Towers Watson

Matthias Paetzel (li.) und Nikolaus Schmidt-Narischkin vom Beratungshaus Willis Towers Watson Foto: Willis Towers Watson

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre entwickelten sich sowohl der Aktien- als auch der Rentenmarkt außergewöhnlich positiv. Insbesondere die unkonventionellen Maßnahmen der weltweit wichtigsten Zentralbanken führten die Zinsen auf historische Tiefststände. Wohl dem, der rechtzeitig beherzt zugegriffen und lange Laufzeiten gekauft hat … Allerdings laufen auch diese Anlagen irgendwann aus. Spätestens dann stellt sich die Frage nach der Wiederanlage.

Bei dem aktuell in der Eurozone immer noch geringen Zinsniveau lohnt sich der Erwerb von Staatsanleihen mit geringem Ausfallrisiko kaum und auch die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen erscheinen unattraktiv. Vor dem Hintergrund des Handelskonflikts der großen Volkswirtschaften und dem damit verbundenen Ausblick auf einen sich abkühlenden Welthandel – und somit geringeres Wirtschaftswachstum – sind auch Aktienanlagen mit Vorsicht zu genießen.

Überhaupt stellt sich die Frage, ob angesichts des demografischen Wandels in der Eurozone vormals erreichte Wachstumswerte wiederholbar sind und das Zinsniveau an historische Werte anknüpfen kann. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Kapitalanlage für Pensionsvermögen als zunehmend herausfordernd und komplex. Wie lassen sich in dieser Situation die zur nachhaltigen Ausfinanzierung von Pensionsvermögen benötigten Erträge generieren?

Zunächst sollten sich Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge, kurz EbAV, beziehungsweise die Trägerunternehmen darüber klar werden, welches Ziel unter welchen Nebenbedingungen und mit welchem Zeithorizont erreicht werden soll. In den seltensten Fällen ist die Erreichung einer positiven Rendite als solcher das Objekt der Begierde. 

Vielmehr wird in diesem Kontext regelmäßig das Erreichen beziehungsweise der Beibehalt eines bestimmten Ausfinanzierungsgrads bei Einhaltung eines vordefinierten Risikobudgets genannt. Natürlich sind Einzahlungen und Nachschüsse zu Gunsten des Planvermögens eine Option zur Gewährleistung der gewünschten Stabilität, stellen aber in der Regel angesichts seitens der Trägerunternehmen dringend benötigter Kasse-Reserven und regulatorischer Rahmenbedingungen im Falle beaufsichtigter Sicherungsvermögen die Ultima Ratio dar. Naturgemäß setzen die meisten EbAV und Trägerunternehmen bei der Zielerreichung auf die bereits genannten, schwer zu generierenden Kapitalanlageerträge.