Fidelity-Studie Pensionsfonds wollen mehr Geld in Langläufer stecken

Laut Fidelity-Studie bezeichnen Investoren die sich verändernde Zinsen als größtes Risiko. | © Pyramis Global Advisors - Fidelity Worldwide Investment

Laut Fidelity-Studie bezeichnen Investoren die sich verändernde Zinsen als größtes Risiko. Foto: Pyramis Global Advisors - Fidelity Worldwide Investment

Demnach werden Pensionsfonds, die ein Anlagevolumen von 9 Billionen Dollar in Nordamerika, Europa und Asien betreuen, die Umschichtung von Anleihen in Aktien - die sogenannte “große Rotation” - verlangsamen.

Die Investoren bezeichneten sich verändernde Zinsen als größtes Risiko. Sie wollen Gelder in Langläufer stecken, um die Laufzeiten der Anlagen ihren Zahlungsverpflichtungen anzupassen, wie Derek Young, Präsident der globalen Asset-Allocation-Gruppe von Fidelity in Boston, berichtete. Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie einen an ihren Zahlungsverpflichtungen orientierten Investmentansatz erfolgreich verfolgt haben, derzeit verfolgen oder für die Zukunft in Betracht ziehen. Die Studie wurde von Pyramis Global Advisors, durchgeführt, einer Tochtergesellschaft von Fidelity in Smithfield, Rhode Island.



“Zu einer Zeit, da Investments in Bonds am wenigsten erwartet werden, wird genau das wohl stattfinden, denn es gibt eine Tendenz hin zu einem an den Zahlungsverpflichtungen orientierten Investieren”, sagt Young im Telefoninterview mit Bloomberg News. “Langläufer sind wirklich wichtig, um diese Portfolios gegen Zinsrisiken zu immunisieren. Die Anlagen sollen dabei mit den Verpflichtungen abgeglichen werden.”



Das Wirtschaftswachstum in der Gruppe der zehn wichtigsten Industrieländer (G-10) wird sich Prognosen zufolge im Jahr 2015 auf durchschnittlich 2,2 Prozent erholen, nach 1,7 Prozent in diesem Jahr. US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren werden laut einer Umfrage von Bloomberg unter Ökonomen Mitte 2015 im Median mit 3,85 Prozent rentieren, zehnjährige Treasuries mit 3,1 Prozent. Am heutigen Montag rentierten die 30-jährigen Papiere mit 3,063 Prozent und die Zehnjährigen mit 2,293 Prozent.

Young zufolge schraubt Fidelity die Investments in Asien zugunsten von Europa und den USA zurück. Der Vermögensverwalter setzt darauf, dass die Anreize der Europäischen Zentralbank das Wirtschaftswachstum auf Touren bringen werden, und dass die US- Konjunkturerholung an Stärke gewinnen wird. In China gebe es für die Wirtschaft Risiken im Immobilienmarkt, fügte er an.

“Wir sehen Europa in der Mitte eines Zyklus. Wenn die EZB mit weiteren Anreizen einspringt, wird das mehr Chancen schaffen”, sagte Young. “Wir sind weniger konstruktiv im Hinblick auf Asien, China und Japan. Unsere größte Sorge ist, dass in China das Wachstum kreditgetrieben ist und nicht produktivitätsgetrieben. Diese Art Wachstum überlebt normalerweise nicht.”

Die Umfrage wurde im Juni und Juli unter 811 Investoren aus 22 Ländern durchgeführt.