Der niederländische Pensionsfonds PFZW zieht 14 Milliarden Euro Vermögen aus der Verwaltung des US-Fondshauses Blackrock ab - und verabschiedet sich damit von Investments in mehrere tausend Unternehmen weltweit. Grund: Blackrock lege zu geringen Wert auf das Thema Nachhaltigkeit.
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Der niederländische Pensionsfonds PFZW zieht 14 Milliarden Euro Vermögen aus der Verwaltung des US-Fondshauses Blackrock ab - und verabschiedet sich damit von Investments in mehrere tausend Unternehmen weltweit. Grund: Blackrock lege zu geringen Wert auf das Thema Nachhaltigkeit.
„PFZW hat eine neue Investitionsstrategie entwickelt, bei der finanzielle Performance, Risiko und Nachhaltigkeit im Rahmen eines Gesamtportfolio-Ansatzes gleichwertig gewichtet werden“, zitiert das Finanzportal Citywire (englischsprachige Ausgabe) einen PFZW-Sprecher. In dieses Konzept passt die Anlagepolitik von Blackrock offenbar nicht mehr hinein. Insgesamt verwaltet PFZW 248 Milliarden Euro.
Widersprüchliche Aktionärs-Voten vermeiden
Die Vermögensverwalter, die dem Pensionsfonds zuarbeiteten, sollten bei Aktionärs-Abstimmungen auch auf dessen Linie abstimmen, findet man bei PFZW - „ansonsten wird es sehr kompliziert“, sagte Portfoliomanager Sander van Stijn von der Investmentgesellschaft PGGM gegenüber der niederländische Tageszeitung NRC.
PGGM verwaltet einen Großteil des Vermögens des Pensionsfonds PFZW. Bei der Anlagegesellschaft hat man festgestellt, dass Gespräche mit US-Partnern über Nachhaltigkeit generell schwierig geworden seien: Unter dem Druck der Regierung Trump hielten sich US-Fondsgesellschaften auf Aktionärsversammlungen immer mehr zurück, wenn es um Beschlüsse mit ESG-Bezug gehe.
Blackrock dagegen kommentiert den Rückzug des Pensionsfonds PFZW mit Unverständnis: Man habe ein großes Wahlprogramm eingerichtet, um abstimmungsberechtigten Kunden eigenes Votieren auf Hauptversammlungen zu ermöglichen. Zudem halte man ein Klima- und Dekarbonisierungs-Stewardship-Programm vor - für Unternehmen, die diese Themen beim Anlegen priorisieren, wie Citywire einen Sprecher zitiert.
Blackrock wollte zunächst ESG-Vorreiter sein
Der weltweit größte Vermögensverwalter Blackrock (mehr als 10 Billionen Euro Assets under Management) hatte dem Thema Nachhaltigkeit zunächst hohe Priorität eingeräumt: Im Januar 2020 appellierte CEO Larry Fink öffentlichkeitswirksam an internationale Unternehmenschefs, nachhaltiger zu wirtschaften. Den Klimawandel bezeichnete er damals als einen entscheidenden Faktor für die langfristigen Aussichten von Unternehmen.
Auch in Aktionärsbriefen und Pressemitteilungen hatte Blackrock diese Positionen immer wieder vertreten - und parallel dazu eine Reihe von neuen Produkten mit Nachhaltigkeitsfokus aufgelegt. Dennoch warfen Kritiker der Fondsgesellschaft teils Grünfärberei beim Investieren vor.
Seither hat sich die Fondsgesellschaft jedoch sehr weit von ihren einstigen Positionen entfernt. So trat Blackrock im Januar 2025 aus der Profiinvestoren-Initiative Net Zero Asset Managers aus – was ihm seither zahlreiche andere Gesellschaften gleichgetan haben. Der Rückzug wurde allgemein als Reaktion auf politischen Druck und den bevorstehenden Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump gedeutet.
Die US-Regierung unter Donald Trump steht Nachhaltigkeit erklärtermaßen kritisch gegenüber. Sie verfolgt eine Politik, die öffentliche Bestrebungen in Richtung Umwelt- und Klimaschutz oder auch Gleichstellung nicht nur ignoriert, sondern eher noch abstraft.
Radikaler Kursschwenk
Blackrock selbst kommuniziert mit Blick auf seinen Kursschwenk beim Thema Nachhaltigkeit indessen etwas gewunden: Es wolle sich nun mehr auf das Thema „Transition“, den Übergang von Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit, fokussieren - was auch Investitionen in „noch nicht“ nachhaltige Unternehmen rechtfertigt. In der Unternehmenskommunikation spielt das Thema Nachhaltigkeit heute keine Rolle mehr.
Dass Blackrock sich dem vorherrschenden Anti-ESG-Trend gebeugt hat, mag gerade europäische Investoren mitunter vor den Kopf stoßen. Für die Fondsgesellschaft hat es sich anderweitig aber ausgezahlt. Blackrock steht auf dieses Weise nicht im Kreuzfeuer etwaiger Anti-ESG-Kampagnen. So hatten unter anderem mehrere US-Pensionsfonds aus republikanisch geprägten Bundesstaaten den Nachhaltigkeitsfokus von Blackrock heftig kritisiert und dem Vermögensverwalter die Zusammenarbeit aufgekündigt - was dann teils wieder rückgängig gemacht wurde.