MEBS-Studie zum Anlageverhalten Family Offices zeigen sich unbeeindruckt von niedrigen Zinsen

Niedrige Zinsen und volatile Märkte haben die Renditeerwartungen von Family Offices und Vermögensverwaltern für 2012 nicht verändert. Das ist das Ergebnis eine Studie der Family Office Consulting im Auftrag des Emissionshauses Middle East Best Select (MEBS) und der schweizerischen Vermögensverwaltung Terra Nex.

Die durchschnittliche Zielrendite liegt bei Family Offices für 2012 bei 7,6 Prozent, bei Vermögensverwaltern bei 6,4 Prozent. Um diese Renditen im aktuellen Niedrigzinsumfeld zu erwirtschaften, reagieren diese aber unterschiedlich.

Family Offices haben die Quote ihrer Investments in Private Equity auf einen hohen Anteil von 12,4 Prozent erhöht. Auch könnte die Quote weiter steigen. Denn 32,2 Prozent geben an, dass sie in den kommenden zwei Jahren weiteren Investitionsbedarf in dieser Anlageklasse sehen. Bei den Vermögensverwaltern spielen Private-Equity-Investments dagegen eine untergeordnete Rolle. Nur 1,6 Prozent des Portfolios sind darin investiert. Mehr als zwei Drittel des Portfolios dagegen in Aktien und Renten.

Bei Family Offices sieht ein Portfolio im Durchschnitt aktuell so aus: Zu den tragenden Säulen gehören Immobilien (26,1 Prozent) und Aktien (24,1 Prozent). Mit einem Anteil von 12,4 Prozent liegt Private Equity an dritter Stelle, noch vor Sachwertanlagen (11,1 Prozent, ohne Immobilien) und Geldmarktprodukten (10,9 Prozent). Die Renditeerwartung an Private-Equity-Investments liegt dabei bei 13 Prozent.

Vermögensverwalter sind im Gegensatz dazu auf schnell liquidierbare Anlageformen wie Aktien (37,2 Prozent) und Anleihen (30,6 Prozent) fokussiert. Grund dafür dürfte sein, dass Vermögensverwalter stets ausreichend Liquidität vorhalten müssen.

Innerhalb des Private-Equity-Segments gibt es klar favorisierte Branchen. Das größte Interesse zeigen die befragten Family Offices an Beteiligungen aus der Gesundheits- und Pharmaindustrie (31 Prozent). Danach folgen die  Branchen Konsum und Industrie (beide 28 Prozent), Chemie/Biotechnologie und Energie (beide 27 Prozent).

Für die Marktuntersuchung wurden 62 Vermögensverwalter und 90 Family Offices befragt. Unter letzteren waren 53 Single Family Offices, 28 Multi Family Offices und 9 Family Offices von Banken. Das durchschnittlich verwaltete Vermögen lag bei den Family Offices bei 1,3 Milliarden Euro, bei den Vermögensverwaltern bei 325 Millionen Euro.