Family Offices weltweit planen, massiv in künstliche Intelligenz zu investieren – doch ihre Portfolios spiegeln diese Ambitionen noch nicht wider. Das zeigt der 2026er Global Family Office Report der J.P. Morgan Private Bank, der auf einer Umfrage unter 333 Family Offices aus 30 Ländern basiert. Das durchschnittliche Nettovermögen der Teilnehmer liegt bei rund 1,6 Milliarden US-Dollar.
Während 65 Prozent der befragten Family Offices angeben, KI-Investments zu priorisieren, haben 57 Prozent kein Exposure zu Growth Equity oder Venture Capital – also den Anlageklassen, in denen ein Großteil der KI-Innovation stattfindet. Mehr als 70 Prozent investieren zudem nicht in Infrastruktur, obwohl die KI-Revolution auf Rechenzentren und digitale Infrastruktur angewiesen ist.
Viele Family Offices meiden traditionelle Absicherungen: 72 Prozent haben keine Gold-Exposure, 89 Prozent halten keine Kryptowährungen.
Chancen in der gesamten KI-Wertschöpfungskette
„Um die KI-Opportunität vollständig zu nutzen, sollten Investoren über die Mega-Cap-Leader hinausblicken und sich auf die Enabler der Lieferkette konzentrieren – von Halbleitern und Strominfrastruktur bis hin zu Netzwerk- und Kühlsystemen“, sagt Natacha Minniti, Global Co-Head Family Office Practice bei der J.P. Morgan Private Bank. Ebenso wichtig sei das Exposure zu Private Markets, wo die Top-Ten-KI-Unternehmen bereits mit rund 1,5 Billionen Dollar bewertet würden.
Geopolitik verdrängt Inflation als Top-Risiko
Geopolitische Unsicherheit hat Inflation als größtes Risiko abgelöst: 64 Prozent der Family Offices nennen Geopolitik als Hauptsorge. Dennoch meiden die meisten traditionelle Absicherungen: 72 Prozent haben keine Gold-Exposure, 89 Prozent halten keine Kryptowährungen. Stattdessen bevorzugen sie Sachwerte und etablierte Strategien.
Family Offices, die besonders besorgt über Inflation sind, allokieren fast 60 Prozent ihres Kapitals zu Alternatives – rund 20 Prozent über dem globalen Durchschnitt. Sie favorisieren dabei Hedgefonds und Immobilien.
Nachfolgeplanung als kritische Schwachstelle
Die Studie offenbart eine erhebliche Lücke in der Nachfolgeplanung: 86 Prozent aller Family Offices haben keinen klaren Nachfolgeplan für wichtige Entscheidungsträger. Bei Family Offices mit eigenen Operating Companies sehen 53 Prozent die Nachfolgeplanung als Top-Thema.