Vertrauen ist gut, ...
Die Vermögensbuchhaltung bildet die Basis für sehr viele Auswertungen und ist daher in der Family-Office-Systemlandschaft entscheidend. In der Vermögensbuchhaltung werden sämtliche vermögensrelevante Geschäftsvorfälle erfasst, die dann in einer Unternehmensbuchhaltung zu Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Bilanz, Cashflow-Rechnung, Ertrags- und Aufwandsrechnung sowie zu einer Performance-Rechnung verarbeitet werden.
Ein wichtiger Teil des Gesamtprozesses besteht im Controlling und der Erfolgs- und Misserfolgsanalyse. Allgemeine Controlling-Aufgaben beinhalten die Kontrolle der Kosten, Kurse, Abrechnungen, ob die vereinbarten Anlagerichtlinien eingehalten wurden sowie die Darstellung von Risiken, wie unter anderem Klumpenrisiken.
Wesentlich für ein gutes Vermögenscontrolling ist weiterhin auch die Messung der Ergebnisse auf jeder dieser drei oben beschriebenen Ebenen. Dadurch wird die Beurteilung von Allokations-Entscheidungen nämlich erst möglich. Die zu Beginn formulierten Ertrags- und Risikoziele werden dazu im Reporting mit den erzielten Ergebnissen abgeglichen. So kann beurteilt werden, ob die getroffenen Entscheidungen auf den verschiedenen Entscheidungsstufen richtig oder falsch und wie stark die Auswirkungen waren.
Diese Erfolgskontrolle ermöglicht es einer Familie, Abweichungen von den ursprünglichen Zielen zu erkennen und gegenzusteuern. Mit welchen Risiken wurden die Ziele erreicht (oder nicht) und warum war dies der Fall? Wurde beispielsweise in die falschen Anlageklassen investiert, oder führte eine nachteilige Auswahl auf Einzelpositionsebene dazu?
Es ist die Aufgabe des Family Offices, gemeinsam mit der Familie passgenaue Antworten auf die hier thematisierten Fragen zu finden und für die Familie in einem griffigen Reporting festzuhalten.
In der Artikel-Serie zum Thema Family Office und seinem Wert, seiner Funktion und Arbeitsweise in der Praxis ist bereits erschienen:
Teil 1 – Cash-Event und was dann?
Teil 2 – Erfolgsfaktoren beim Start eines Single Family Office
Teil 4 – Die Bedeutung des Netzwerks für Family Offices
Teil 5 – Wie Family Offices Inhaberfamilien zusammenhalten
Über den Autor:
Peter Preller ist Executive Partner bei HQ Trust, dem Multi Family Office der Familie Harald Quandt. Dort betreut der Diplom-Kaufmann seit 2011 komplexe Großvermögen zur Vermögensstrukturierung und Asset Allocation. Weitere Berufsstationen umfassen UBS Sauerborn sowie das Feri Family Office. Preller ist zertifizierter Unternehmensnachfolgeberater und Lehrbeauftragter des Masterstudiengangs „Unternehmensnachfolge, Erbrecht und Vermögen“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Der Autor hat jüngst zusammen mit anderen Family-Office-Experten das Buch „Das Family Office – Ein Praxisleitfaden“ herausgegeben, das auf dem Portal der Verlagsgesellschaft Springer Gabler erworben werden kann.
