Vergütungsstudie Grundgehalt in europäischen Family Offices sinkt – während es in den USA steigt

Skyline von New York

Blick auf New York: In der US-Metropole zahlen Family Offices deutlich mehr als in ihren europäischen Pendants wie London oder Frankfurt. Bildquelle: Imago / Wirestock

Empfohlener redaktioneller Inhalt
Externe Inhalte anpassen

An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der unseren Artikel ergänzt. Sie können sich die externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen. Die eingebundene externe Seite setzt, wenn Sie den Inhalt einblenden, selbstständig Cookies, worauf wir keinen Einfluss haben.

Externen Inhalt einmal anzeigen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt und Cookies von diesen Drittplattformen gesetzt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Gehälter von Führungskräften in Family Offices steigen weiter – allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden. Das zeigt die erste Vergütungsstudie von Heidrick & Struggles, für die 106 Family Offices in den USA und Europa befragt wurden. Während in den USA sowohl Grundgehälter als auch Boni zulegen, stagniert die Entwicklung in Europa.

In Europa fiel die durchschnittliche Gesamtvergütung von 765.000 Euro in 2023 auf 759.000 Euro in 2024. Auch die Grundgehälter entwickelten sich rückläufig: von durchschnittlich 501.000 Euro in 2023 auf 440.000 Euro in 2024. Für 2025 erwarten die Befragten 423.000 Euro. Während die Zahlen für 2023 und 2024 auf tatsächlichen Auszahlungen basieren, gaben die Befragten für 2025 ihre Erwartungen an – meist auf Basis bereits kommunizierter Gehaltsanpassungen.

Bei den Boni zeigt sich ein gemischtes Bild. Während 42 Prozent der europäischen Befragten von 2023 auf 2024 eine Erhöhung meldeten, blieben die Boni bei 53 Prozent unverändert. In Europa führen weiterhin Führungskräfte in Doppelrollen als CEO und CIO die Gehaltsliste an – sowohl bei Grundgehältern als auch bei Boni.

USA: Grundgehalt steigt auf 462.000 Euro

Anders sieht es in den Vereinigten Staaten aus. Dort kletterte das durchschnittliche Grundgehalt von Investmentprofis von 471.000 US-Dollar (402.000 Euro) im Jahr 2023 auf 515.000 US-Dollar (439.500 Euro) in 2024. Für 2025 erwarten die Befragten einen weiteren Anstieg auf 541.000 US-Dollar (462.000 Euro). Mehr als die Hälfte der US-Befragten meldete sowohl von 2023 auf 2024 als auch von 2024 auf 2025 eine Erhöhung des Grundgehalts.

Noch deutlicher fällt die Entwicklung bei den Boni aus. Diese stiegen von durchschnittlich 448.000 US-Dollar in 2023 auf 471.000 US-Dollar in 2024 (382.000 auf 402.000 Euro). Für 2025 rechnen die Befragten mit einem Sprung auf 563.000 US-Dollar (480.000 Euro). CEOs, die gleichzeitig als Investmentchef tätig sind, dürften 2025 mit durchschnittlich 1,1 Millionen US-Dollar (940.000 Euro) die höchsten Boni erhalten – und damit erstmals die reinen CIOs überholen, die mit 958.000 US-Dollar (818.000 Euro) rechnen.

Größe und Strategie beeinflussen Vergütung

Die Höhe der Vergütung hängt stark von der Größe des Family Office und der Anlagestrategie ab. Family Offices mit einem verwalteten Vermögen von über fünf Milliarden US-Dollar zahlen in den USA durchschnittlich höhere Gehälter als kleinere Häuser – allerdings wachsen diese langsamer. Dies spiegelt eine reifere und institutionalisierte Vergütungsstruktur wider, bei der langfristige Anreize und Mitinvestitionsmöglichkeiten eine größere Rolle spielen.

 

Family Offices, die direkt investieren oder eine Hybridstrategie verfolgen, zahlen mehr als solche, die ausschließlich über externe Manager anlegen. Auch die Herkunft des Vermögens spielt eine Rolle: In beiden Regionen bieten Familien aus der Technologie- und Finanzbranche die höchsten Gesamtvergütungen.

Zusätzliche Anreize in Europa höher

Bei zusätzlichen Anreizen wie Carried Interest oder Mitinvestitionsmöglichkeiten liegt Europa vorn. Besonders Führungskräfte in Doppelrollen als CEO und CIO erhalten hier deutlich mehr als ihre US-Kollegen. In den USA gaben 72 Prozent der Befragten an, dass ihr Family Office zusätzliche Anreize bietet, in Europa waren es 76 Prozent.

Mehrere Faktoren erklären diesen Unterschied: Steuerregime in Ländern wie Großbritannien, der Schweiz und Luxemburg begünstigen langfristige Anreizstrukturen. Zudem haben europäische Family Offices oft tiefe Wurzeln in operativen Geschäften, während US-Häuser stärker auf diversifizierte, institutionelle Anlagestrategien setzen.

Wettbewerb um Talente verschärft sich

Die Studie zeigt: Der Wettbewerb um qualifizierte Führungskräfte nimmt zu. Die Zahl der eigenständigen Family Offices weltweit ist in den vergangenen sechs Jahren von rund 6.000 auf über 8.000 gestiegen. Bis 2030 könnte die Zahl auf 11.000 klettern. Gleichzeitig steht ein Vermögenstransfer von geschätzt 84 Billionen US-Dollar über die nächsten zwei Jahrzehnte bevor.

Für die Studie befragte Heidrick & Struggles 106 Family Office-Investoren – 54 in den USA und 51 in Europa. Die Teilnehmer gaben ihre Grundgehälter für 2023, 2024 und 2025 sowie die Höhe von Boni und Kapitalbeteiligungen an. Die meisten Befragten bekleiden leitende Positionen wie Geschäftsführer oder Investmentchef.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen