Die größte Vermögensübertragung der Nachkriegsgeschichte verändert derzeit das Selbstverständnis vieler Family Offices grundlegend. In der DACH-Region gehen in den kommenden zehn bis 15 Jahren Vermögenswerte von deutlich über 5 Billionen Euro auf die nächste Generation über. Damit verändert sich nicht nur die Eigentümerstruktur großer Privatvermögen, sondern mit den neuen Eigentümern auch die Erwartungshaltung gegenüber Vermögen und Beratung.
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Die größte Vermögensübertragung der Nachkriegsgeschichte verändert derzeit das Selbstverständnis vieler Family Offices grundlegend. In der DACH-Region gehen in den kommenden zehn bis 15 Jahren Vermögenswerte von deutlich über 5 Billionen Euro auf die nächste Generation über. Damit verändert sich nicht nur die Eigentümerstruktur großer Privatvermögen, sondern mit den neuen Eigentümern auch die Erwartungshaltung gegenüber Vermögen und Beratung.
Die Next Generation hinterfragt, wie das übernommene Vermögen verwaltet wird, welche Rolle Kapital gesellschaftlich spielen soll und welche Form von Beratung sie überhaupt akzeptiert. Family Offices, die diese Entwicklung unterschätzen, riskieren nicht nur einzelne Mandate, sondern langfristig den Zugang zu den künftigen Entscheidungsträgern großer Unternehmerfamilien.
Dabei sollte die nächste Generation nicht über das Alter definiert werden. Sinnvoller ist eine Definition über ihre Rolle innerhalb der Familie. Man begegnet Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen – von ersten Berührungspunkten mit dem Familienvermögen bis zur aktiven Rolle in Führungsgremien. Was sie verbindet, ist nicht ihr Alter, sondern ihre Position: Sie sind die erbende Generation, die innerhalb ihrer Familien Verantwortung übernimmt.
Familienstruktur im Wandel
Die nächste Generation erbt nicht nur ein Unternehmen oder Vermögen, sondern ein umfassendes System aus familiären Beziehungen, Strukturen und unternehmerischer Identität. Nachfolge ist niemals nur ein finanzieller Vorgang. Sie berührt Fragen von Selbstverständnis, Einfluss, Verantwortung und familiärer Machtbalance. Gerade in Unternehmerfamilien entstehen Konflikte häufig dort, wo wirtschaftliche und persönliche Rollen ineinander übergehen. Die Next Generation sucht Orientierung, aber keine Bevormundung. Sie möchte ernst genommen werden, ohne sofort die vollständige Verantwortung tragen zu müssen.
Damit gewinnen Führungsstrukturenerheblich an Bedeutung. Familienverfassungen, klar definierte und zugleich partizipative Entscheidungsprozesse sowie institutionalisierte
Kommunikationsformate werden zunehmend zu strategischen Stabilitätsfaktoren.
Die junge Generation akzeptiert autoritäre Strukturen deutlich weniger als frühere Generationen. Sie erwartet Mitsprache, Transparenz und nachvollziehbare Prozesse.
Weil die nächste Generation in einer offeneren, internationaleren und dynamischeren Welt aufwächst, hinterfragt sie traditionelle Machtstrukturen und klassische Rollenbilder. Sie fordert Mitsprache bei den Rollen, die sie innerhalb der Familie übernehmen soll. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie einerseits das Familienerbe bewahren soll, aber auch ihren eigenen Weg gehen will.