Falsche Einkaufspolitik Wo Banken bei Beratungs- und Coaching-Dienstleistungen irren

Andy Aeschbach war selbst lange Jahre im Private Banking tätig. 2013 gründete er die Beratungs- und Coaching-Firma Katana

Andy Aeschbach war selbst lange Jahre im Private Banking tätig. 2013 gründete er die Beratungs- und Coaching-Firma Katana

// //

Als professioneller Coach hatte ich vor kurzem eine interessante Erfahrung gemacht. Man hat mich darauf angesprochen, ob ich wüsste, dass fast jede Bank bereits Berater engagiert hat und dies mit relativ mäßigem Erfolg. Ich war nicht sonderlich erstaunt über diese Aussage, da ich dies bereits öfters gehört hatte.

Weshalb aber scheint diese Wahrnehmung, zumindest oberflächlich betrachtet, bereits bei verschiedenen Unternehmungen oder Personen offenbar ein immer wiederkehrendes Thema darzustellen?

Der große Unterschied

Zum einen denke ich, dass man als erstes vielfach allgemeine Beratungsdienstleistungen mit Coaching verwechselt und dies, mangels Informationen, als gleichwertig darstellt. 

Beratungsdienstleistungen, in der Art wie es die großen Namen anbieten, sind in der Komplexität als solches anders zu betrachten als traditionelle Coaching-Dienstleistungen. Wissenschaftlich ist es erwiesen, dass man einen Coach nach seiner Fachkompetenz qualifizieren sollte. Dies geschieht anhand seiner Berufspraxis. Erst an zweiter Stelle ist darauf zu achten, wo oder wie lange er seine Ausbildung als Coach oder Mentor absolviert hat.

Die praktische Arbeitserfahrung ist daher immer wieder ein extrem wichtiger Gradmesser, den man niemals außer Acht lassen sollte, ungeachtet davon, wo und wie lange man eine Coaching-Ausbildung erfahren hat.

Oftmals bekommt man heutzutage zu hören: „Was können Sie denn besser als ihre Vorgänger? Die sind schon oft hier gewesen und wir sind immer noch beim Status Quo. Nur hat es uns viel Geld gekostet“.

Diese Frage ist berechtigt und führt sich darauf zurück, dass Anfang der Neunzigerjahre viele Consulting-Firmen durch Banken geschleust wurden. Allerdings sollte man dies nicht mit einer traditionellen Coaching-Dienstleistung verwechseln. Denn was Berater anbieten, sind hauptsächlich strategische, prozessorientierte Maßnahmen, welche in einer Organisation implementiert werden. 

Beim Coaching indes handelt es sich eher um fördernde Maßnahmen. Die Dienstleistung baut auf der Basis von bereits existierende Stärken oder Fähigkeiten eines Teams oder von Einzelpersonen auf und versucht diese zu verstärken. Und dies dann mittels einer Strategie, die Mitarbeiter dahin zu führen, ihre eigenen Potenziale zu erfahren oder diese auch zu hinterfragen. 

Man könnte auch sagen, dass Coaching mehr im Bereich von Personalunterstützung angesiedelt ist. Eine Strategie zu definieren ist üblicherweise nicht die Sache eines Coaches.

Was Coaches noch sein können

Aufgrund des Fachwissens kann ein Coach mit entsprechender Branchenerfahrung aber natürlich dazu aufgefordert werden, einen Strategieplan zu erarbeiten und diesen gemeinsam mit den Mitarbeitern zu definieren und möglichst dann auch zu implementieren.

Danach kann der Coach aus dem vollen Schöpfen und die Mitarbeiter anhand der Geschäftsstrategie unterstützen oder ganz einfach neu motivieren und dies anhand von den jeweils notwendigen Hilfsmitteln oder Techniken, welche sich der Coach während seiner Berufsausbildung aneignet.

Es ist also unumgänglich, dass ein Coach innerhalb seiner Berufsgruppe anerkannter Spezialist ist und wenn möglich auch als Experte bekannt ist. Sei das als Dozent einer Business- oder Hochschule oder einer ähnlichen Organisation.

Der wichtigste Punkt hierbei ist, dass er innerhalb der Berufsgruppe auch in verschiedenen Verantwortungen tätig war, als Kundenbetreuer sowie auch als Führungskraft innerhalb des Private Bankings.