Factor Investing Welche Faktor-Mischung Erfolg verspricht

Der ehemalige Formel-1-Pilot Nico Rosberg und Norwegens Kronprinz Haakon auf dem Greentech Festival in Berlin: Auch bei Anlegern ist Nachhaltigkeit derzeit eines der angesagtesten Themen. | © Getty Images

Der ehemalige Formel-1-Pilot Nico Rosberg und Norwegens Kronprinz Haakon auf dem Greentech Festival in Berlin: Auch bei Anlegern ist Nachhaltigkeit derzeit eines der angesagtesten Themen. Foto: Getty Images

Das verstärkte Engagement von Umweltaktivisten hält die politische und öffentliche Diskussion über den Kampf gegen den Klimawandel in Gang. Auch bei der Geldanlage legen Investoren immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit. „Auf Performance müssen sie dabei nicht verzichten“, ist Gideon Smith, Europe Chief Investment Officer bei AXA IM Rosenberg Equities, überzeugt. So könne eine nachhaltige Anlagelösung im Rahmen des Factor Investings Anlegern nachhaltige und langfristige Renditen bescheren.

ESG-Faktoren verbessern die Performance

Der Investmentansatz von Factor Investing ist hingehend bekannt: Mithilfe umfangreicher Daten zu ausgewählten Faktoren wie Qualität und niedriger Volatilität soll Factor Investing das langfristige Marktpotenzial effizienter nutzen als beispielsweise ein kapitalisierungsgewichteter Index.

Die Berücksichtigung nachhaltiger Faktoren bietet darüber hinaus noch einen weiteren Mehrwert: „Informationen über den Umgang eines Unternehmens mit den sogenannten sogenannten ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) steigern den Erfolg einer Anlagestrategie, da sie die Risiken eines Portfolios reduzieren und dessen Ergebnisse verbessern können“, ergänzt Smith.

Ein wichtiger Grund dafür: Ressourcenknappheit, Klimawandel und die globale demografische Entwicklung stellen langfristige Trends dar, die sich branchenübergreifend auf Unternehmen auswirken. Gleiches gelte übrigens für die verstärkte Regulierung und die Erwartung der Gesellschaft, so Gideon Smith: „Je nachhaltiger sich Firmen aufstellen, um diesen Trends zu begegnen, desto vielversprechender erscheinen ihre wirtschaftlichen Perspektiven."

Optimierte Auswahl dank innovativer Technologie

Die Berücksichtigung der ESG-Kriterien bei Investmententscheidungen kann auf vielfältigen Wegen erfolgen. Verbesserte ESG-Kennzahlen, ein niedrigerer CO2-Ausstoß und eine geringere Wasserintensität können als Zielvorgaben dienen. Weitere Kriterien sind die Offenlegung der Abstimmungspolitik sowie das individuelle und kollektive soziale Engagement von Unternehmen und ganzen Branchen.

Nicht zuletzt lassen sich bestimmte Investmentthemen komplett ausschließen – etwa Tabak oder Waffen. Das Team rund um Gideon Smith verifiziert seine Entscheidungen mit innovativen Technologien, mit denen sich die gewonnenen Erkenntnisse nochmals verfeinern und Anlageergebnisse weiter optimieren lassen.

Für die Auswahl der Unternehmen nutzt Smith hochsensible Algorithmen. Mensch und Maschine bauen das Portfolio gemeinsam anhand der vom Fondsmanagement vorgegebenen Faktoren auf. Die Software scannt Unternehmensberichte, Nachrichten und Social-Media-Kanäle, um mehr darüber herauszufinden, welche Aktien den Fonds unterstützen und welche besser gemieden werden sollten.

„Das Programm kann dabei nicht nur Standardkennzahlen, wie zum Beispiel Gewinn und Verlust berücksichtigen, sondern ist auch in der Lage, weichere Faktoren zu interpretieren und zu entscheiden, ob eine Aktie in das Portfolio aufgenommen wird oder nicht. Die Zahl von Frauen in Vorständen oder der CO2-Fußabdruck eines Unternehmens helfen uns beispielweise zu beurteilen, wie nachhaltig ein Unternehmen seine Gewinne steigern kann“, erklärt Smith.

Niedrige Volatilität und Qualität eröffnen Chancen

„Der aktive Umgang mit Faktoren in Verbindung mit einer klugen Umsetzung von ESG-Überlegungen macht die Strategie zu einer wirklich nachhaltigen langfristigen Investition“, betont Smith. Der Erfolg gibt ihm Recht: Ende Dezember 2019 wies der AXA WF Global Factors – Sustainable Equity seit Auflegung im Februar 2018 eine kumulierte Wertentwicklung von mehr als 32 Prozent auf und übertraf damit den MSCI World um 5,52 Prozentpunkte*.

Vor allem die Mischung aus den Faktoren Qualität und niedrige Volatilität hätten einen enormen Anteil daran, so der Experte. Sein Fazit: „Die Kombination dieser beiden Faktoren kann das Vermögen in fallenden Märkten erhalten und gleichzeitig sicherstellen, dass die Strategie mit steigenden Märkten Schritt hält. Auch im Hinblick auf ein Umfeld mit verlangsamtem Wachstum und geopolitischen Turbulenzen dürfte sie sich gut schlagen.“

*Der Fonds hat keinen Referenzindex. Der MSCI World ist ein Performanceindex-Indikator und dient lediglich Vergleichszwecken. Wertentwicklungsergebnisse der Vergangenheit bieten keine Gewähr und sind kein Indikator für die Zukunft. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen und fallen und werden nicht garantiert. In die Zukunft gerichtete Angaben, inklusive solcher Angaben bezüglich der Wertentwicklung basieren auf Annahmen. Da sämtliche Annahmen, Voraussagen und Angaben nur die derzeitige Auffassung über künftige Ereignisse wiedergeben, enthalten sie erhebliche Risiken und Unsicherheiten. Dementsprechend kann die tatsächliche Wertentwicklung höher oder niedriger ausfallen. Anleger sollten sich auch bewusst sein, dass die tatsächliche Performance erheblich von vergangenen Ergebnissen abweichen kann. Insofern kann die zukünftige Performance nicht zugesichert werden.