Factor Investing hat seinen Ursprung in der Kapitalmarktforschung. Wissenschaftler wollten verstehen, welche Einflussgrößen die Renditen von Aktienportfolios tatsächlich bestimmen und stellten fest, dass längst nicht nur das allgemeine Marktrisiko den Anlageerfolg erklärt. Für Philip Wobst ist dieses Wissen heute ein zentrales Werkzeug der Portfoliokonstruktion. „Es klingt nach Wissenschaft, aber ich kann Dich beruhigen: Es ist keine Rocket Science“, so Wobst im Podcast „For Professional Investors Only“. Vielmehr gehe es darum, die wenigen Faktoren zu identifizieren, die Renditen tatsächlich erklären und langfristig Mehrwert schaffen.
Im Gespräch erläutert Wobst, warum professionelle Investoren sich auf Faktoren wie Value, Size und Momentum konzentrieren und den sprichwörtlichen „Factor Zoo“ bewusst links liegen lassen. „Es gibt tatsächlich Hunderte Faktoren. Aus praktischer Perspektive kann das Ganze aber auf eine Handvoll Faktoren verdichtet werden, die wirklich relevant sind.“
Besonders spannend wird es beim Blick auf bestehende Depots. Viele Anleger fühlen sich mit marktgewichteten ETFs bereits breit aufgestellt – tatsächlich entstehen dabei häufig unbemerkt erhebliche Konzentrationen. „Viele Kunden kommen vermeintlich diversifiziert zu uns. Schaut man ins Detail, sieht man aber ganz häufig wirklich Klumpenrisiken auf Faktorebene“, erklärt Wobst im Podcast-Gespräch.
Außerdem sprechen Malte Dreher und Philip Wobst über das Comeback des Value-Faktors, die Chancen und Grenzen von Momentum-Strategien, die Rolle von Private Markets und ELTIFs sowie die Zukunft aktiver ETFs. Eine Folge über die Frage, warum gute Portfolios nicht nur breit gestreut, sondern vor allem intelligent konstruiert sein müssen.