EY Wealth Management Outlook 2017 Digitales Modell verdrängt klassische Vermögensverwaltung bis 2025

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Treiber der strukturellen Veränderung

Zugleich wandeln sich die Ansprüche der Vermögenden der Studie zufolge in nie dagewesenen Ausmaß. Die neue Generation, die Entwicklungen rund um die Uhr online verfolgen möchte, erwarte eine ganzheitliche Betreuung ihres Gesamtvermögens, die gleichzeitig die strengeren Regulierungen aller Länder berücksichtige, so die Studienautoren.

Im Zuge dieses Wandels würden klassische Anlageklassen wie Aktien, Bonds oder Geldmarktanlagen verstärkt von alternativen Investmentanlagen abgelöst. Zudem würden Investitionen in Hedgefonds oder Private-Equity-Fonds zunehmend auch durch direkte Investitionen in Immobilien, Infrastruktur, Kredite, Landwirtschaft, Co-Investments mit alternativen Fonds oder Liebhaber-Investitionen wie Autos, Weine und Kunst ergänzt.

Auf der Anbieterseite werde ein neues digitalisiertes, ganzheitliches Geschäftsmodell, der „Holistische Vermögensverwalter“, bis 2025 die klassischen Vermögensverwalter aus dem Markt verdrängen. EY geht hier von einem Anstieg des globalen Marktanteils von heute praktisch null auf 20 bis 30 Prozent aus.

Der ganzheitliche Ansatz als Zukunftsmodell

Was diesen ganzheitlichen Vermögensverwalter und seinen prognostizierten Erfolg ausmacht, erklärt Peppi Schnieper, Partner und Leiter Strategieberatung bei EY Schweiz so: „Softwarebasierte Tools ermöglichen die Sammlung großer Datenmengen aus verschiedensten Informationsquellen und von unterschiedlichen Anbietern, zum Beispiel Social-Media-Plattformen oder Kreditkartenfirmen. Ausgefeilte Programme beurteilen und analysieren die Risikopräferenz und das Anlageprofil des Kunden“.

Die Portfoliostruktur werde künftig unter Einbezug aktueller Marktdaten durch Algorithmen optimiert und durch die Verarbeitung von Echtzeitinformationen fortlaufend automatisch umgeschichtet. Benutzerfreundlichkeit und ein positives Kundenerlebnis stünden während des gesamten Investitionsprozesses im Vordergrund.

Dabei könnten Berater und Kunde je nach Bedürfnis anhand von digitalen Kommunikationskanälen wie Video-Chat miteinander interagieren. Die Rolle des Kundenberaters werde sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Rolle eines „Requirement Engineers“ und „Client Supporters“ verlagern, der mithilfe digitaler Tools als Kontakt- und Ansprechperson fungiert.


Über die Studie:
EY hat zur Bemessung globaler Vermögen das hauseigene EY Global Wealth Model entwickelt, das auch in diesem Bericht zur Anwendung kommt. Es umfasst 149 Länder und deckt mehr als 97 Prozent des geschätzten globalen Weltvermögens ab. Die Berechnungen basieren auf offiziellen, makroökonomischen Informationen wie BIP, BIP-Wachstum, BIP-Multiplikatoren, GINI-Koeffizienten, Haushaltsdaten der OECD und öffentlich zugänglichen Vermögenslisten für die einzelnen Länder.