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Das Artemis Impact Equities Team Exponentielles Denken: Von eins auf 281 Billionen in 48 Zügen …

Exponentielles Denken: Von eins auf 281 Billionen in 48 Zügen …

Foto: Artemis Investment Management

Nehmen Sie den Wert der kleinsten ganzen Zahl – eins – und verdoppeln Sie diesen. Jetzt nehmen Sie das Ergebnis – zwei – und verdoppeln Sie es. Nehmen Sie dann dieses Ergebnis – vier – und verdoppeln Sie es wieder. Machen Sie so weiter – aber nicht zu lange … Denn wenn Sie diese Verdopplungsprozedur noch ganze 47 Mal wiederholen, sind Sie schon bei 281.474.976.710.656!

Die Vorstellung, dass man gerade mal 49 Verdoppelungen benötigt, um von eins auf mehr als 281 Billionen zu kommen, scheint schier unglaublich … jedenfalls auf den ersten Blick. Wir neigen nämlich in allen Bereichen unseres Lebens dazu, linear zu denken. Wenn etwas schnell wächst, stellen wir uns den Fortschritt oftmals in etwa so vor: 100 plus 100 plus 100 plus 100 usw. Das bezeichnet man als lineares Wachstum.

Exponentielles Wachstum hingegen bringt uns in 49 Schritten von eins auf 281 Billionen. Ich glaube, dass wir alle die Macht des exponentiellen Wachstums für gewöhnlich unterschätzen – allein schon deshalb, weil es so schwierig ist, sich die Geschwindigkeit, mit der es auftritt, überhaupt vorzustellen.

Das Artemis Impact Equities Team

Das überschwemmte Wembley-Stadion

Damit Sie den Unterschied zwischen linearem und exponentiellem Wachstum richtig verstehen, machen Sie doch einmal folgendes Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, Sie geben einen Wassertropfen in die Mitte des Wembley-Stadions, warten eine Minute und geben dann zwei Tropfen hinzu, nach einer weiteren Minute vier Tropfen, und immer so weiter – Sie hätten das Stadion in der 49. Minute mit über 281 Billionen Wassertropfen komplett gefüllt. Das haut Sie noch nicht um? Wie wäre es dann hiermit: Obwohl sich die Zahl der Wassertropfen in jeder Minute verdoppelt, hätte bis zur 40. Minute noch kein einziger Zuschauer das Wasser bemerkt. Und selbst beim Halbzeitpfiff nach 45 Minuten wären die Menschen immer noch sicher und trocken gewesen – sogar direkt am Spielfeldrand. Doch nur wenige Minuten später würde eine Panik ausbrechen …

Vergleichen Sie das mal mit dem linearen Wachstum: Bei einem Tropfen pro Minute würde es 535 Millionen Jahre dauern, Wembley zu füllen. Selbst wenn Sie ein bisschen schneller arbeiten würden und einen Tropfen pro Sekunde auf das Spielfeld fallen ließen, würde es immer noch neun Millionen Jahre dauern.

Mit dem exponentiellen Wachstum lässt sich die Entstehung von Naturkatastrophen erklären – wie etwa der explosionsartige Anstieg von Infektionen während einer Pandemie. Und es ist auch der Grund, weshalb wir von solchen Ereignissen überrascht werden. Wäre unser Wembley-Experiment real, dann würden die Zuschauer im Stadion zweifellos in Lebensgefahr schweben, nur weil sie die Macht des exponentiellen Wachstums nicht begreifen.

Exponentielles Wachstum und die Gefahren der Selbstzufriedenheit

In der Geschäftswelt ist es genau dasselbe. Ein Disruptor kann schnell wachsen, ohne dass jemand etwas davon mitbekommt – schon gar nicht die Unternehmen, die möglicherweise selbst von der Disruption betroffen sind. Und falls sie es doch bemerken, dann ringt ihnen das wahrscheinlich nur ein müdes Lächeln ab. Nach der Devise: „Als ob irgendjemand Filme per Post ausleihen, Bücher online kaufen oder ein Auto mit Batterieantrieb fahren wollte …“

Doch eines Tages (in unserem Beispiel mit dem überschwemmten Wembley-Stadion wäre das wohl ungefähr die 44. Minute) wird die Welt plötzlich auf den Disruptor aufmerksam. Zu diesem Zeitpunkt ist es für die etablierten Unternehmen oft schon zu spät, um noch zu reagieren. Leugnen, Angst und vielleicht sogar Wut machen sich breit. Wie ist das passiert? Alle Kunden haben uns doch gesagt, dass sie zusätzlichen Festplattenspeicher benötigen. Alle haben gesagt, dass sie ein Mobiltelefon immer nur für Anrufe und Textnachrichten benutzen würden. Niemand hat uns gesagt, dass der Preis für Solarstrom so stark fallen würde …

Das überraschende Wachstum von Unternehmen X

In der Geschäftswelt hat das exponentielle Wachstum in der Regel sicherlich weniger dramatische Konsequenzen als in unserem Beispiel mit dem Stadion. Dennoch wird es hier oft unterschätzt, unterbewertet und – was für Investoren am bedeutsamsten ist – preislich zu niedrig angesetzt. Das liegt unter anderem daran, dass wir, wenn von Wachstum die Rede ist, oft über die prozentualen Veränderungen sprechen. Wenn ein Unternehmen fünf Jahre lang um 20 % pro Jahr wächst, klingt das linear; die Wachstumsrate scheint konstant zu sein. Tatsächlich erlebt das Unternehmen aber gerade ein exponentielles Wachstum …

Nehmen wir mal ein Beispiel. Unternehmen X hat einen Umsatz von 10 Mio. Euro. Im ersten Jahr wächst es um 20 %. Jetzt hat es einen Umsatz von 12 Mio. Euro. Wenn es seinen Umsatz im zweiten Jahr wieder um 20 % steigert, erzielt es einen Umsatz von 14,4 Mio. Euro – und nicht 14 Mio. Euro, wie viele denken würden. Im fünften Jahr beträgt der Umsatz schon 29,86 Mio. Euro; aufgrund des vorherrschenden linearen Denkens hätten wahrscheinlich viele Menschen vermutet, dass diese Zahl entweder genau 20 Mio. Euro beträgt oder zumindest in diesem Bereich liegt. Wäre das Wachstum jedoch linear, würde es bei 2 Mio. Euro pro Jahr bleiben; die anfängliche Wachstumsrate von 20 % hätte sich damit jedes Jahr verlangsamt. Tatsächlich hat der Umsatz von Unternehmen X im zehnten Jahr bereits 75 Mio. Euro erreicht.

So funktioniert exponentielles Wachstum. Meine Kollegen und ich im Artemis Positive Future Team verbringen unsere Zeit damit, nach Unternehmen zu suchen, die die Welt im positiven Sinne verändern. Außerdem wollen wir Unternehmen finden, die wie Unternehmen X exponentiell wachsen – um 20 % oder mehr in jedem der nächsten fünf oder zehn Jahre; besonders erfolgreiche Unternehmen halten ihr Wachstum sogar noch länger aufrecht. Wir sind der Meinung, dass andere Marktteilnehmer dieses Wachstum permanent unterschätzen – sei es, weil sie eine kurzfristigere Perspektive haben als wir, oder weil sie die Kraft des disruptiven, exponentiellen Wachstums unterschätzen. Dies bietet uns eine Chance. Ja, Disruption ist anstrengend. Und ja, sie ist oft zum Scheitern verurteilt: Etwa 90 % der Unternehmen, die noch keine Umsätze erzielen, schaffen es am Ende nicht. Das ist einer der Gründe, warum wir sie meiden, obwohl die Verlockung groß ist. Aber diejenigen disruptiven Unternehmen, die es doch schaffen, ein exponentielles Wachstum zu erzielen, sind meistens die großen Gewinner der Zukunft.

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