Rohstoffe Ex-UBP-Manager gründet eigenen Fonds

Der Fonds werde Rohstoffderivate nutzen, um mittels Long- und Shortpositionen sowohl auf ansteigende als auch auf fallende Preise zu setzen, sagte Schreiber in einem Telefoninterview am Mittwoch. Er werde bei der Allokation zwischen verschiedenen Rohstoffklassen wie Energie, Metallen oder Agrarrohstoffen wechseln.

“Ich bin gerade dabei, Investorenkapital einzusammeln”, so Schreiber. “Der Handel ist meistens stark segmentiert: da gibt es Energiehändler, Metallhändler, Agrarhändler. Mein Fonds hat einen neuen Ansatz: Ich kann in bestimmte Bereiche rein- und wieder rausgehen, je nach dem, was läuft und wo es gerade interessant ist.”

Der EMS Commodity Volatility Fund wird nach Liechtensteiner Recht gegründet und soll eine maximale Kapazität von einer bis 1,5 Mrd. Dollar haben, so Schreiber. Wieviel Kapital bereits zugesagt wurde, wollte er nicht sagen. Der Zulassungsprozess sei bereits “zur Hälfte durch”, als Startdatum rechnet er mit Ende Juni oder Juli.

Schreiber hatte UBP im vergangenen Jahr nach drei Jahren als Leiter Rohstoffe verlassen. Zuvor war er 16 Jahre in den Bereichen Rohstoffhandel und Aktienderivate bei der Credit Suisse Group AG tätig gewesen.

Weil die Strategien “eher komplex” seien, hat Schreiber vorrangig europäische Institutionelle wie Pensionsfonds oder Family Offices im Blick als Privatinvestoren. Er werde auch mit eigenem Geld in den Fonds investieren, so der Manager.

“Rohstoffe neigen zur Mittelwert-Rückkehr, darum ist eine Long-Short-Strategie gegenüber einer reinen Long-Strategie im Vorteil, die nur während des halben Zyklus funktioniert”, sagt Schreiber. Mittelwertrückkehr ist ein mathematisches Konzept, das davon ausgeht, dass hohe oder niedrige Preise von Vermögenswerten vorübergehend sind und dazu neigen, mit der Zeit wieder zu einem Durchschnittspreis zurückzukehren.

Von den “periodischen Volatilitätsspitzen”, die oft eine Eigenschaft von Rohstoffen seien, könne man mit “einer einfachen Richtungswette” zusätzlich profitieren, so Schreiber.